Kaffee verkaufen. Rösterei, Marke, Händler.

15 Minuten · kostenfrei · unverbindlich
Kurz gesagt

Für den Verkauf von eigenem Kaffee brauchst du ein Gewerbe und eine Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung. Eine Kaffeelizenz gibt es nicht, wer selbst röstet oder Röstkaffee aus dem Ausland bezieht, muss sich aber mit der Kaffeesteuer und dem Hauptzollamt befassen. Für planbaren Umsatz brauchst du neben dem Onlineshop Cafés und Läden, die regelmäßig nachbestellen.

Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026

Was du beachten musst, wenn du Kaffee verkaufst

  1. GewerbeanmeldungOb Rösterei oder Kaffeemarke mit zugekauftem Röstkaffee: Wer Kaffee regelmäßig verkauft, meldet ein Gewerbe an. Eine Kaffeerösterei kann ein Fall für IHK oder Handwerkskammer sein, das sagt dir das Gewerbeamt bei der Anmeldung.
  2. Registrierung bei der LebensmittelüberwachungRöstkaffee ist ein Lebensmittel. Du meldest deinen Betrieb an, die Behörde kann Röstraum, Lager und Abpackung prüfen. Beim Rösten spielen außerdem Brandschutz und Abluft eine Rolle, das klärst du vorher mit Bauamt und Vermieter.
  3. Kaffeesteuer und ZollRöstkaffee unterliegt in Deutschland der Kaffeesteuer. Wer selbst röstet oder Röstkaffee aus einem anderen Land bezieht, muss sich mit dem zuständigen Hauptzollamt abstimmen. Kaufst du fertig gerösteten Kaffee bei einem deutschen Röster, ist die Steuer in der Regel schon im Einkaufspreis enthalten. Die Details für deinen Fall klärst du mit Zoll und Steuerberater.
  4. KennzeichnungAuf die Packung gehören Bezeichnung (zum Beispiel Röstkaffee, ganze Bohne oder gemahlen), Füllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Losnummer und Hersteller. Angaben zu Herkunft, Anbauhöhe oder Aufbereitung sind freiwillig, müssen aber stimmen. Für Bio und Fairtrade brauchst du die jeweilige Zertifizierung.
  5. Frische und VerpackungRöstkaffee verliert nach der Röstung Aroma. Ventilbeutel, Röstdatum auf der Packung und eine realistische Haltbarkeit sind für Händler wichtig, weil sie wissen wollen, wie lange eine Packung im Regal stehen kann.
  6. SteuernNeben der Kaffeesteuer gelten die üblichen Steuern für dein Gewerbe. Wie du Umsatzsteuer und Kaffeesteuer sauber in deine Preise einrechnest, klärst du mit deinem Steuerberater. Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Kein Ersatz für Beratung

Das hier ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung, der IHK oder Handwerkskammer und deinem Steuerberater.

Wo du Kaffee verkaufen kannst

Röstereiladen und Märkte

Ein Verkaufsraum in der Rösterei zieht Stammkunden an, die den Röster riechen und sehen wollen. Märkte eignen sich, um Sorten zu testen und Kunden für den Onlineshop zu gewinnen.

Online-Shop und Abo

Kaffee ist ein ideales Abo-Produkt, weil er regelmäßig verbraucht wird. Der Wettbewerb online ist allerdings hoch, und ohne Werbebudget bleibt dein Shop schwer zu finden.

Einzelhandel

Feinkostläden, Concept-Stores, Hofläden und Bäckereien verkaufen Röstkaffee an Kunden, die etwas Besseres als Supermarktkaffee suchen. Sie bestellen nach, sobald Stammkunden sich an deine Sorte gewöhnt haben.

Cafés, Bäckereien und Hotels

Gastronomie kauft deinen Kaffee für die Maschine und verkauft oft zusätzlich Packungen an der Theke. Ein Café als Partner ist doppelt wertvoll: fester Verbrauch und Schaufenster für deine Marke.

Büro- und Firmenkunden

Unternehmen brauchen Kaffee für Mitarbeiter und Besprechungen, oft in festen Mengen jeden Monat. Das ist ein stabiler Zusatzkanal neben dem Handel.

Welche Läden Kaffee weiterverkaufen

Preis und Handelsspanne

Kaffee hat für Röster eine besondere Kalkulation, weil neben Rohkaffee, Röstverlust und Verpackung auch die Kaffeesteuer im Preis steckt. Beispielrechnung, angenommene Werte, alles netto: Eine 250-g-Packung kostet im Feinkostladen 9 Euro, der Laden kalkuliert mit 35 Prozent Spanne auf den Verkaufspreis. Dein Händlerpreis liegt bei 5,85 Euro. Davon gehen Rohkaffee mit Röstverlust, Kaffeesteuer, Ventilbeutel, Etikett und Arbeitszeit ab. Rechne deine Sorten mit dem Handelsspannen-Rechner durch, bevor du eine Händlerpreisliste verschickst.

Eigenen Kaffee verkaufen: Rösterei oder Marke?

Hinter der Suche „eigenen Kaffee verkaufen“ stehen zwei Modelle. Im ersten röstest du selbst: Trommelröster, Rohkaffee aus dem Importhandel, eigene Röstprofile. Im zweiten entwickelst du eine Kaffeemarke und lässt bei einer Lohnrösterei rösten und abpacken. Beide Modelle haben ihre Berechtigung.

Eigene RöstereiMarke mit Lohnröstung
InvestitionRöster, Abluft, Räume, VerpackungstechnikGering, vor allem Design und Mindestmengen
KaffeesteuerEigene Abstimmung mit dem HauptzollamtMeist über den Röster geregelt
Glaubwürdigkeit im HandelHoch, Händler lieben Röstereien zum AnfassenHängt stark an Marke und Geschichte
FlexibilitätKleine Chargen, schnelle SortenwechselAbhängig von Mindestmengen des Lohnrösters

Für Händler ist die eigene Rösterei oft das stärkere Argument, weil sie eine Geschichte zum Anfassen ist: Der Inhaber kann Kunden zum Röstabend einladen, und die Packung trägt einen Ort. Eine Marke mit Lohnröstung muss diese Geschichte über Herkunft, Design oder einen klaren Zweck erzählen, etwa Kaffee für eine bestimmte Region oder einen bestimmten Anlass.

Braucht man eine Lizenz, um Kaffee zu verkaufen?

Eine Kaffeelizenz im engeren Sinn gibt es in Deutschland nicht. Die Frage zielt meist auf die Kaffeesteuer. Kaffee gehört zu den wenigen Lebensmitteln mit eigener Verbrauchsteuer. Wer selbst röstet, wer Röstkaffee aus einem anderen EU-Land bezieht oder Kaffee importiert, hat damit direkt zu tun und sollte sich vor dem Start beim zuständigen Hauptzollamt informieren. Wer fertig gerösteten Kaffee bei einem deutschen Röster einkauft, bezahlt die Steuer in der Regel mit dem Einkaufspreis. Diese Seite ersetzt keine Beratung durch Zoll oder Steuerberater.

Wer dagegen Kaffee ausschenkt, etwa mobil mit Kaffeefahrrad oder Ape, betreibt Gastronomie. Dafür gelten zusätzlich Regeln von Ordnungsamt und Lebensmittelüberwachung für Stand, Wasser und Hygiene. Auch auf dem Flohmarkt brauchst du für regelmäßigen Ausschank die Zustimmung des Veranstalters und die üblichen Hygieneregeln.

Kaffee im Einzelhandel verkaufen: was Läden erwarten

Ein Feinkostladen oder eine Bäckerei mit Kaffeeregal entscheidet nicht nach deinem Röstprofil, sondern danach, ob sich die Packung verkauft. Das zählt im Gespräch:

  • Zwei bis drei Sorten mit klarem Charakter: ein Espresso, ein Filterkaffee, gegebenenfalls ein Entkoffeinierter.
  • Röstdatum auf der Packung und eine faire Regelung, falls Ware zu lange liegt.
  • Ganze Bohne und gemahlen, weil viele Kunden keine Mühle haben.
  • Kleine Mindestmengen am Anfang, damit der Laden ohne Risiko testen kann.

Besonders stark ist die Kombination aus Gastronomie und Verkauf: Eine Bäckerei, die deinen Kaffee ausschenkt und daneben Packungen anbietet, verkauft deutlich leichter, weil Kunden ihn direkt probieren. Mehr dazu auf der Seite Kaffee für Bäckereien.

Wie viel Marge bleibt beim Kaffee?

Die Marge hängt stark davon ab, wo du verkaufst. Im eigenen Shop bekommst du den vollen Verkaufspreis, trägst aber Versand und Werbekosten. Im Laden gibst du die Handelsspanne ab, sparst dir dafür Kundengewinnung und Versand von Einzelpaketen. Bei Cafés liegt der Preis pro Kilo meist unter dem Ladenpreis, dafür kommen große Mengen regelmäßig. Rechne jeden Kanal getrennt, sonst subventioniert der eine unbemerkt den anderen.

Praxistipp: Café als Showroom

Such dir in jeder Stadt ein Café, das deinen Kaffee ausschenkt und Packungen verkauft. Dieses Café ist dann die Referenz für Feinkostläden und Bäckereien in der Nähe, die du als Nächstes ansprichst.

Wenn du diese Händler planbar statt nur über Empfehlungen gewinnen willst, setzt LeadB2B mit dem HQL-Framework gezielte Kampagnen auf, prüft jede Anfrage und gibt sie direkt an dich weiter.

FAQ

Häufige Fragen zu Kaffee. Kurz beantwortet.

Braucht man eine Lizenz, um Kaffee zu verkaufen?

Nein, eine spezielle Kaffeelizenz gibt es nicht. Du brauchst ein Gewerbe und eine Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung. Wer selbst röstet oder Röstkaffee aus dem Ausland bezieht, muss sich zusätzlich mit der Kaffeesteuer und dem Hauptzollamt befassen.

Braucht man ein Gewerbe, um Kaffee zu verkaufen?

Ja, wer regelmäßig Kaffee verkauft, ob selbst geröstet oder unter eigener Marke zugekauft, braucht ein Gewerbe. Gelegentliche private Verkäufe sind etwas anderes. Im Zweifel fragst du dein Gewerbeamt, dies ist keine Rechtsberatung.

Welche Genehmigung brauche ich, um eigenen Kaffee zu verkaufen?

Gewerbeanmeldung und Registrierung als Lebensmittelunternehmer sind Pflicht, beim Rösten kommen Brandschutz, Abluft und die Abstimmung mit dem Hauptzollamt zur Kaffeesteuer dazu. Für den mobilen Ausschank brauchst du zusätzlich die Zustimmung von Ordnungsamt oder Veranstalter.

Wie viel Marge hat man beim Kaffeeverkauf?

Das hängt vom Kanal ab: Im eigenen Shop ist die Marge pro Packung am höchsten, im Laden gibst du die Handelsspanne ab, bei Cafés ist der Kilopreis niedriger, die Menge aber größer. Rechne Rohkaffee, Röstverlust, Kaffeesteuer, Verpackung und Arbeitszeit für jeden Kanal getrennt.

Wie bekomme ich meinen Kaffee in den Einzelhandel?

Mit wenigen klaren Sorten, Röstdatum auf der Packung, kleinen Startmengen und einer Händlerpreisliste. Beginne bei Feinkostläden, Concept-Stores und Bäckereien in deiner Region und nutze ein Café als Referenz. Mehr auf der Seite Kaffee für Feinkostläden.

Darf ich mobil Kaffee verkaufen?

Ja, mit Gewerbeanmeldung, Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung und den nötigen Erlaubnissen für deinen Standort. Auf öffentlichen Flächen brauchst du in der Regel eine Erlaubnis der Gemeinde, auf Veranstaltungen die Zusage des Veranstalters. Frag vorher beim Ordnungsamt nach.

Lohnt es sich, Kaffee online zu verkaufen?

Ja, als Ergänzung, weil Kaffee sich gut für Abos eignet. Online ist der Wettbewerb aber groß und Kundengewinnung teuer. Die meisten erfolgreichen Röstereien kombinieren Onlineshop, Gastronomie und Läden.

Hol dir die Händler, bevor es dein Wettbewerber tut.

Die Zahl passender Handelspartner in deiner Branche ist begrenzt. Im Potenzialgespräch zeigen wir dir, wie viele davon für dein Produkt erreichbar sind.

15 Minuten · kostenfrei · unverbindlich