Für den Verkauf von eigenem Kaffee brauchst du ein Gewerbe und eine Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung. Eine Kaffeelizenz gibt es nicht, wer selbst röstet oder Röstkaffee aus dem Ausland bezieht, muss sich aber mit der Kaffeesteuer und dem Hauptzollamt befassen. Für planbaren Umsatz brauchst du neben dem Onlineshop Cafés und Läden, die regelmäßig nachbestellen.
Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026
Was du beachten musst, wenn du Kaffee verkaufst
- GewerbeanmeldungOb Rösterei oder Kaffeemarke mit zugekauftem Röstkaffee: Wer Kaffee regelmäßig verkauft, meldet ein Gewerbe an. Eine Kaffeerösterei kann ein Fall für IHK oder Handwerkskammer sein, das sagt dir das Gewerbeamt bei der Anmeldung.
- Registrierung bei der LebensmittelüberwachungRöstkaffee ist ein Lebensmittel. Du meldest deinen Betrieb an, die Behörde kann Röstraum, Lager und Abpackung prüfen. Beim Rösten spielen außerdem Brandschutz und Abluft eine Rolle, das klärst du vorher mit Bauamt und Vermieter.
- Kaffeesteuer und ZollRöstkaffee unterliegt in Deutschland der Kaffeesteuer. Wer selbst röstet oder Röstkaffee aus einem anderen Land bezieht, muss sich mit dem zuständigen Hauptzollamt abstimmen. Kaufst du fertig gerösteten Kaffee bei einem deutschen Röster, ist die Steuer in der Regel schon im Einkaufspreis enthalten. Die Details für deinen Fall klärst du mit Zoll und Steuerberater.
- KennzeichnungAuf die Packung gehören Bezeichnung (zum Beispiel Röstkaffee, ganze Bohne oder gemahlen), Füllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Losnummer und Hersteller. Angaben zu Herkunft, Anbauhöhe oder Aufbereitung sind freiwillig, müssen aber stimmen. Für Bio und Fairtrade brauchst du die jeweilige Zertifizierung.
- Frische und VerpackungRöstkaffee verliert nach der Röstung Aroma. Ventilbeutel, Röstdatum auf der Packung und eine realistische Haltbarkeit sind für Händler wichtig, weil sie wissen wollen, wie lange eine Packung im Regal stehen kann.
- SteuernNeben der Kaffeesteuer gelten die üblichen Steuern für dein Gewerbe. Wie du Umsatzsteuer und Kaffeesteuer sauber in deine Preise einrechnest, klärst du mit deinem Steuerberater. Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Das hier ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung, der IHK oder Handwerkskammer und deinem Steuerberater.
Wo du Kaffee verkaufen kannst
Röstereiladen und Märkte
Ein Verkaufsraum in der Rösterei zieht Stammkunden an, die den Röster riechen und sehen wollen. Märkte eignen sich, um Sorten zu testen und Kunden für den Onlineshop zu gewinnen.
Online-Shop und Abo
Kaffee ist ein ideales Abo-Produkt, weil er regelmäßig verbraucht wird. Der Wettbewerb online ist allerdings hoch, und ohne Werbebudget bleibt dein Shop schwer zu finden.
Einzelhandel
Feinkostläden, Concept-Stores, Hofläden und Bäckereien verkaufen Röstkaffee an Kunden, die etwas Besseres als Supermarktkaffee suchen. Sie bestellen nach, sobald Stammkunden sich an deine Sorte gewöhnt haben.
Cafés, Bäckereien und Hotels
Gastronomie kauft deinen Kaffee für die Maschine und verkauft oft zusätzlich Packungen an der Theke. Ein Café als Partner ist doppelt wertvoll: fester Verbrauch und Schaufenster für deine Marke.
Büro- und Firmenkunden
Unternehmen brauchen Kaffee für Mitarbeiter und Besprechungen, oft in festen Mengen jeden Monat. Das ist ein stabiler Zusatzkanal neben dem Handel.
Welche Läden Kaffee weiterverkaufen
Preis und Handelsspanne
Kaffee hat für Röster eine besondere Kalkulation, weil neben Rohkaffee, Röstverlust und Verpackung auch die Kaffeesteuer im Preis steckt. Beispielrechnung, angenommene Werte, alles netto: Eine 250-g-Packung kostet im Feinkostladen 9 Euro, der Laden kalkuliert mit 35 Prozent Spanne auf den Verkaufspreis. Dein Händlerpreis liegt bei 5,85 Euro. Davon gehen Rohkaffee mit Röstverlust, Kaffeesteuer, Ventilbeutel, Etikett und Arbeitszeit ab. Rechne deine Sorten mit dem Handelsspannen-Rechner durch, bevor du eine Händlerpreisliste verschickst.
Eigenen Kaffee verkaufen: Rösterei oder Marke?
Hinter der Suche „eigenen Kaffee verkaufen“ stehen zwei Modelle. Im ersten röstest du selbst: Trommelröster, Rohkaffee aus dem Importhandel, eigene Röstprofile. Im zweiten entwickelst du eine Kaffeemarke und lässt bei einer Lohnrösterei rösten und abpacken. Beide Modelle haben ihre Berechtigung.
| Eigene Rösterei | Marke mit Lohnröstung | |
|---|---|---|
| Investition | Röster, Abluft, Räume, Verpackungstechnik | Gering, vor allem Design und Mindestmengen |
| Kaffeesteuer | Eigene Abstimmung mit dem Hauptzollamt | Meist über den Röster geregelt |
| Glaubwürdigkeit im Handel | Hoch, Händler lieben Röstereien zum Anfassen | Hängt stark an Marke und Geschichte |
| Flexibilität | Kleine Chargen, schnelle Sortenwechsel | Abhängig von Mindestmengen des Lohnrösters |
Für Händler ist die eigene Rösterei oft das stärkere Argument, weil sie eine Geschichte zum Anfassen ist: Der Inhaber kann Kunden zum Röstabend einladen, und die Packung trägt einen Ort. Eine Marke mit Lohnröstung muss diese Geschichte über Herkunft, Design oder einen klaren Zweck erzählen, etwa Kaffee für eine bestimmte Region oder einen bestimmten Anlass.
Braucht man eine Lizenz, um Kaffee zu verkaufen?
Eine Kaffeelizenz im engeren Sinn gibt es in Deutschland nicht. Die Frage zielt meist auf die Kaffeesteuer. Kaffee gehört zu den wenigen Lebensmitteln mit eigener Verbrauchsteuer. Wer selbst röstet, wer Röstkaffee aus einem anderen EU-Land bezieht oder Kaffee importiert, hat damit direkt zu tun und sollte sich vor dem Start beim zuständigen Hauptzollamt informieren. Wer fertig gerösteten Kaffee bei einem deutschen Röster einkauft, bezahlt die Steuer in der Regel mit dem Einkaufspreis. Diese Seite ersetzt keine Beratung durch Zoll oder Steuerberater.
Wer dagegen Kaffee ausschenkt, etwa mobil mit Kaffeefahrrad oder Ape, betreibt Gastronomie. Dafür gelten zusätzlich Regeln von Ordnungsamt und Lebensmittelüberwachung für Stand, Wasser und Hygiene. Auch auf dem Flohmarkt brauchst du für regelmäßigen Ausschank die Zustimmung des Veranstalters und die üblichen Hygieneregeln.
Kaffee im Einzelhandel verkaufen: was Läden erwarten
Ein Feinkostladen oder eine Bäckerei mit Kaffeeregal entscheidet nicht nach deinem Röstprofil, sondern danach, ob sich die Packung verkauft. Das zählt im Gespräch:
- Zwei bis drei Sorten mit klarem Charakter: ein Espresso, ein Filterkaffee, gegebenenfalls ein Entkoffeinierter.
- Röstdatum auf der Packung und eine faire Regelung, falls Ware zu lange liegt.
- Ganze Bohne und gemahlen, weil viele Kunden keine Mühle haben.
- Kleine Mindestmengen am Anfang, damit der Laden ohne Risiko testen kann.
Besonders stark ist die Kombination aus Gastronomie und Verkauf: Eine Bäckerei, die deinen Kaffee ausschenkt und daneben Packungen anbietet, verkauft deutlich leichter, weil Kunden ihn direkt probieren. Mehr dazu auf der Seite Kaffee für Bäckereien.
Wie viel Marge bleibt beim Kaffee?
Die Marge hängt stark davon ab, wo du verkaufst. Im eigenen Shop bekommst du den vollen Verkaufspreis, trägst aber Versand und Werbekosten. Im Laden gibst du die Handelsspanne ab, sparst dir dafür Kundengewinnung und Versand von Einzelpaketen. Bei Cafés liegt der Preis pro Kilo meist unter dem Ladenpreis, dafür kommen große Mengen regelmäßig. Rechne jeden Kanal getrennt, sonst subventioniert der eine unbemerkt den anderen.
Such dir in jeder Stadt ein Café, das deinen Kaffee ausschenkt und Packungen verkauft. Dieses Café ist dann die Referenz für Feinkostläden und Bäckereien in der Nähe, die du als Nächstes ansprichst.
Wenn du diese Händler planbar statt nur über Empfehlungen gewinnen willst, setzt LeadB2B mit dem HQL-Framework gezielte Kampagnen auf, prüft jede Anfrage und gibt sie direkt an dich weiter.