Honig darfst du verkaufen, wenn deine Bienenvölker beim Veterinäramt gemeldet sind, du dich als Lebensmittelunternehmer bei der Lebensmittelüberwachung registriert hast und dein Etikett der Honigverordnung entspricht. Wer nur Überschüsse aus wenigen Völkern abgibt, verkauft meist am Hof oder auf dem Markt. Wer jedes Jahr mehr Gläser absetzen will, braucht Läden, die nachbestellen.
Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026
Was du beachten musst, wenn du Honig verkaufst
- Gewerbe oder Landwirtschaft klärenImkerei zählt häufig zur Urproduktion und damit zur Landwirtschaft. Dann brauchst du für den Verkauf deines eigenen Honigs oft keine Gewerbeanmeldung. Kaufst du Honig von anderen Imkern zu oder verarbeitest ihn weiter, etwa zu Honig mit Nüssen oder Gewürzen, kann sich das ändern. Die verbindliche Auskunft gibt dein Gewerbeamt.
- Bienenvölker beim Veterinäramt meldenDie Bienenhaltung musst du beim zuständigen Veterinäramt anzeigen, auch wenn du nur zwei Völker im Garten hast und nichts verkaufst. Die Meldung ist Grundlage für die Seuchenbekämpfung, zum Beispiel bei der Amerikanischen Faulbrut. Händler fragen gelegentlich danach.
- Als Lebensmittelunternehmer registrierenSobald du Honig regelmäßig an andere abgibst, bist du Lebensmittelunternehmer. Du meldest dich bei der Lebensmittelüberwachung deines Kreises oder deiner Stadt. Die Behörde kann deinen Schleuder- und Abfüllraum kontrollieren.
- Hygiene beim Schleudern und AbfüllenHonig zieht Wasser und Gerüche an, zu feucht geernteter Honig fängt an zu gären. Du brauchst saubere Räume, lebensmittelechte Geräte, trockene Lagerung und eine einfache Dokumentation: Reinigungsplan, Erntedatum, Charge pro Abfüllung. Das schützt dich bei Kontrollen und überzeugt Händler.
- Etikett nach Honigverordnung und LMIVAuf das Glas gehören unter anderem die Bezeichnung (zum Beispiel Honig, Blütenhonig, Waldhonig), das Ursprungsland, die Füllmenge, das Mindesthaltbarkeitsdatum, in der Regel eine Losnummer sowie Name und Anschrift des Verantwortlichen. Sortenangaben wie Rapshonig oder Lindenhonig musst du belegen können, meist über eine Pollenanalyse.
- Steuern und RechnungenOb deine Einnahmen als landwirtschaftlich oder gewerblich gelten, ob die Kleinunternehmerregelung passt und welcher Umsatzsteuersatz greift, hängt von Größe und Umsatz deiner Imkerei ab. Läden brauchen ordentliche Rechnungen. Kläre das vor dem ersten Händlerauftrag mit deinem Steuerberater oder Finanzamt.
Das hier ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung, der IHK oder Handwerkskammer und deinem Steuerberater.
Wo du Honig verkaufen kannst
Direktvermarktung am Hof und auf dem Markt
Schild am Gartenzaun, Kasse des Vertrauens, Wochenmarkt. Die Marge pro Glas ist hoch, aber der Absatz endet dort, wo deine Nachbarschaft endet. Jeder Markttag kostet dich zudem einen ganzen Tag.
Online-Shop und Versand
Honig ist lange haltbar und versandfähig. Glasbruch, Polstermaterial und Porto fressen bei einzelnen 500-g-Gläsern aber viel Marge. Online lohnt sich eher mit Probiersets, Geschenkkartons oder festen Abos für Stammkunden.
Läden und Wiederverkäufer
Hofläden, Bioläden, Feinkostläden und Bäckereien kaufen kartonweise und bestellen nach, wenn dein Honig im Regal dreht. Für Imker mit wachsender Völkerzahl ist das der Weg zu planbarem Absatz, ohne jeden Samstag am Stand zu stehen.
Gastronomie und Hotels
Cafés süßen Tee und backen mit Honig, Hotels stellen ihn aufs Frühstücksbuffet. Hier zählt das Gebinde: kleine Portionsgläser für den Tisch oder größere Eimer für Küche und Buffet statt des klassischen 500-g-Glases.
Großhandel und Abfüller
Honig im Eimer oder Fass an Abfüller und Großhändler zu verkaufen, bringt schnell Menge, aber einen deutlich niedrigeren Kilopreis als das Glas im Laden. Das ist sinnvoll für Überschussjahre oder Sorten, die du nicht selbst im Glas vermarktest.
Welche Läden Honig weiterverkaufen
Preis und Handelsspanne
Beim Honigpreis rechnest du vom Regalpreis rückwärts. Der Laden braucht eine Handelsspanne, die Miete und Personal trägt, du brauchst einen Händlerpreis, der Glas, Deckel, Etikett, Völkerpflege und deine Zeit deckt. Beispielrechnung, angenommene Werte, alles netto: Ein 500-g-Glas steht für 8 Euro im Hofladen, der Laden kalkuliert mit 30 Prozent Spanne auf den Verkaufspreis. Dann bleiben dir 5,60 Euro je Glas. Spiel deine eigenen Werte im Handelsspannen-Rechner durch und vergleich sie mit dem Kilopreis, den ein Großhändler für Eimerware zahlt.
Was musst du beachten, wenn du Honig verkaufen willst?
Honig ist rechtlich eines der am genauesten geregelten Lebensmittel. Die Honigverordnung legt fest, was überhaupt Honig heißen darf, welche Sortenbezeichnungen erlaubt sind und was aufs Etikett gehört. Dazu kommen die allgemeinen Pflichten jedes Lebensmittelunternehmers: Registrierung, Hygiene, Rückverfolgbarkeit. Die gute Nachricht: Für Honig aus eigener Imkerei ist der Aufwand überschaubar, wenn du ihn einmal sauber aufsetzt. Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Im Zweifel fragst du dein Veterinäramt, die Lebensmittelüberwachung oder deinen Steuerberater.
Hobbyimker oder Imkerei mit Plan: wo stehst du?
Die meisten Suchanfragen zum Honigverkauf kommen von Hobbyimkern mit drei bis zehn Völkern, die im Sommer mehr Honig im Keller haben, als Familie und Nachbarn essen. Für sie reicht oft das Schild am Zaun. Anders sieht es aus, wenn du die Imkerei ausbaust, Wanderimkerei betreibst oder mehrere Sorten erntest. Dann stehen plötzlich mehrere hundert Gläser im Lager, und die Frage lautet nicht mehr, ob du verkaufen darfst, sondern an wen.
- Unter 300 Gläsern im Jahr: Hofverkauf, Nachbarn, Arbeitskollegen, ein befreundeter Hofladen.
- Mehrere hundert bis einige tausend Gläser: feste Wiederverkäufer in deiner Region, dazu Gastronomie.
- Größere Mengen oder Überschussjahre: zusätzlich Eimerware an Abfüller oder Großhandel.
Die Mengen sind grobe Orientierung, keine Grenzwerte. Entscheidend ist, ob du Honig verschenken musst, weil die Abnehmer fehlen, oder ob Läden schon im Frühjahr fragen, wann die neue Ernte kommt. Wer Honig nur zukauft und unter eigenem Namen abfüllt oder importiert, ist übrigens kein Imker mehr, sondern Händler: Dann gelten Gewerbeanmeldung und die volle Verantwortung für Herkunftsangabe und Qualität.
Honig an Händler verkaufen: so klappt der Schritt in die Läden
Ein Ladeninhaber nimmt nicht den zehnten Honig ins Regal, nur weil er regional ist. Er will wissen, warum sich deiner verkauft. Starke Gründe sind eine klare Herkunft (Lindenhonig vom Stadtrand, Heidehonig aus der Wanderimkerei), sichtbare Sorten statt nur Blütenhonig und ein Glas, das im Regal auffällt.
- Sortiment festlegenZwei bis vier Sorten, ein einheitliches Glas, klare Preise. Lieber wenige Sorten zuverlässig liefern als zwölf, die im August ausverkauft sind.
- Händlerpreisliste anlegenHändlerpreis netto, empfohlener Verkaufspreis, Verpackungseinheit (zum Beispiel 12 Gläser pro Karton), Lieferweg.
- Passende Läden auswählenHofläden und Bioläden im Umkreis zuerst, dann Feinkost und Bäckereien mit Frühstücksgeschäft.
- Probe mitbringen und nachfassenEin Glas zum Probieren, ein Infoblatt zur Imkerei, nach zwei Wochen nachfragen, wie es läuft.
Händler ärgert nichts mehr als ein Honig, der im Herbst ausverkauft ist. Sag deinen Läden im Frühjahr, welche Menge du ungefähr reservierst, und halte dich daran. So wirst du zum festen Lieferanten statt zum Glücksfund.
Großhandel, Supermarkt oder eigene Händler?
| Weg | Was du bekommst | Worauf du achten musst |
|---|---|---|
| Großhandel und Abfüller | Schnell große Mengen los | Niedriger Kilopreis, Qualitätsprüfung durch den Abnehmer |
| Supermarkt | Hohe Sichtbarkeit | Realistisch meist nur bei selbstständigen Kaufleuten mit regionalem Regal |
| Eigene Wiederverkäufer | Gute Marge, Nachbestellungen | Du musst die Läden selbst finden und betreuen |
Für die meisten Imkereien mit Wachstumsplänen ist ein Netz aus festen Wiederverkäufern der stabilste Weg. Wie du einzelne Supermärkte ansprichst, steht im Ratgeber zur Listung bei selbstständigen Kaufleuten. Wenn dir die Zeit für die Akquise fehlt, findet LeadB2B mit dem HQL-Framework passende Hofläden, Bioläden und Feinkostläden, prüft jede Anfrage und begleitet sie bis zur ersten Bestellung.