Honig verkaufen. Was du beachten musst.

15 Minuten · kostenfrei · unverbindlich
Kurz gesagt

Honig darfst du verkaufen, wenn deine Bienenvölker beim Veterinäramt gemeldet sind, du dich als Lebensmittelunternehmer bei der Lebensmittelüberwachung registriert hast und dein Etikett der Honigverordnung entspricht. Wer nur Überschüsse aus wenigen Völkern abgibt, verkauft meist am Hof oder auf dem Markt. Wer jedes Jahr mehr Gläser absetzen will, braucht Läden, die nachbestellen.

Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026

Was du beachten musst, wenn du Honig verkaufst

  1. Gewerbe oder Landwirtschaft klärenImkerei zählt häufig zur Urproduktion und damit zur Landwirtschaft. Dann brauchst du für den Verkauf deines eigenen Honigs oft keine Gewerbeanmeldung. Kaufst du Honig von anderen Imkern zu oder verarbeitest ihn weiter, etwa zu Honig mit Nüssen oder Gewürzen, kann sich das ändern. Die verbindliche Auskunft gibt dein Gewerbeamt.
  2. Bienenvölker beim Veterinäramt meldenDie Bienenhaltung musst du beim zuständigen Veterinäramt anzeigen, auch wenn du nur zwei Völker im Garten hast und nichts verkaufst. Die Meldung ist Grundlage für die Seuchenbekämpfung, zum Beispiel bei der Amerikanischen Faulbrut. Händler fragen gelegentlich danach.
  3. Als Lebensmittelunternehmer registrierenSobald du Honig regelmäßig an andere abgibst, bist du Lebensmittelunternehmer. Du meldest dich bei der Lebensmittelüberwachung deines Kreises oder deiner Stadt. Die Behörde kann deinen Schleuder- und Abfüllraum kontrollieren.
  4. Hygiene beim Schleudern und AbfüllenHonig zieht Wasser und Gerüche an, zu feucht geernteter Honig fängt an zu gären. Du brauchst saubere Räume, lebensmittelechte Geräte, trockene Lagerung und eine einfache Dokumentation: Reinigungsplan, Erntedatum, Charge pro Abfüllung. Das schützt dich bei Kontrollen und überzeugt Händler.
  5. Etikett nach Honigverordnung und LMIVAuf das Glas gehören unter anderem die Bezeichnung (zum Beispiel Honig, Blütenhonig, Waldhonig), das Ursprungsland, die Füllmenge, das Mindesthaltbarkeitsdatum, in der Regel eine Losnummer sowie Name und Anschrift des Verantwortlichen. Sortenangaben wie Rapshonig oder Lindenhonig musst du belegen können, meist über eine Pollenanalyse.
  6. Steuern und RechnungenOb deine Einnahmen als landwirtschaftlich oder gewerblich gelten, ob die Kleinunternehmerregelung passt und welcher Umsatzsteuersatz greift, hängt von Größe und Umsatz deiner Imkerei ab. Läden brauchen ordentliche Rechnungen. Kläre das vor dem ersten Händlerauftrag mit deinem Steuerberater oder Finanzamt.
Kein Ersatz für Beratung

Das hier ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung, der IHK oder Handwerkskammer und deinem Steuerberater.

Wo du Honig verkaufen kannst

Direktvermarktung am Hof und auf dem Markt

Schild am Gartenzaun, Kasse des Vertrauens, Wochenmarkt. Die Marge pro Glas ist hoch, aber der Absatz endet dort, wo deine Nachbarschaft endet. Jeder Markttag kostet dich zudem einen ganzen Tag.

Online-Shop und Versand

Honig ist lange haltbar und versandfähig. Glasbruch, Polstermaterial und Porto fressen bei einzelnen 500-g-Gläsern aber viel Marge. Online lohnt sich eher mit Probiersets, Geschenkkartons oder festen Abos für Stammkunden.

Läden und Wiederverkäufer

Hofläden, Bioläden, Feinkostläden und Bäckereien kaufen kartonweise und bestellen nach, wenn dein Honig im Regal dreht. Für Imker mit wachsender Völkerzahl ist das der Weg zu planbarem Absatz, ohne jeden Samstag am Stand zu stehen.

Gastronomie und Hotels

Cafés süßen Tee und backen mit Honig, Hotels stellen ihn aufs Frühstücksbuffet. Hier zählt das Gebinde: kleine Portionsgläser für den Tisch oder größere Eimer für Küche und Buffet statt des klassischen 500-g-Glases.

Großhandel und Abfüller

Honig im Eimer oder Fass an Abfüller und Großhändler zu verkaufen, bringt schnell Menge, aber einen deutlich niedrigeren Kilopreis als das Glas im Laden. Das ist sinnvoll für Überschussjahre oder Sorten, die du nicht selbst im Glas vermarktest.

Welche Läden Honig weiterverkaufen

Preis und Handelsspanne

Beim Honigpreis rechnest du vom Regalpreis rückwärts. Der Laden braucht eine Handelsspanne, die Miete und Personal trägt, du brauchst einen Händlerpreis, der Glas, Deckel, Etikett, Völkerpflege und deine Zeit deckt. Beispielrechnung, angenommene Werte, alles netto: Ein 500-g-Glas steht für 8 Euro im Hofladen, der Laden kalkuliert mit 30 Prozent Spanne auf den Verkaufspreis. Dann bleiben dir 5,60 Euro je Glas. Spiel deine eigenen Werte im Handelsspannen-Rechner durch und vergleich sie mit dem Kilopreis, den ein Großhändler für Eimerware zahlt.

Was musst du beachten, wenn du Honig verkaufen willst?

Honig ist rechtlich eines der am genauesten geregelten Lebensmittel. Die Honigverordnung legt fest, was überhaupt Honig heißen darf, welche Sortenbezeichnungen erlaubt sind und was aufs Etikett gehört. Dazu kommen die allgemeinen Pflichten jedes Lebensmittelunternehmers: Registrierung, Hygiene, Rückverfolgbarkeit. Die gute Nachricht: Für Honig aus eigener Imkerei ist der Aufwand überschaubar, wenn du ihn einmal sauber aufsetzt. Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Im Zweifel fragst du dein Veterinäramt, die Lebensmittelüberwachung oder deinen Steuerberater.

Hobbyimker oder Imkerei mit Plan: wo stehst du?

Die meisten Suchanfragen zum Honigverkauf kommen von Hobbyimkern mit drei bis zehn Völkern, die im Sommer mehr Honig im Keller haben, als Familie und Nachbarn essen. Für sie reicht oft das Schild am Zaun. Anders sieht es aus, wenn du die Imkerei ausbaust, Wanderimkerei betreibst oder mehrere Sorten erntest. Dann stehen plötzlich mehrere hundert Gläser im Lager, und die Frage lautet nicht mehr, ob du verkaufen darfst, sondern an wen.

  • Unter 300 Gläsern im Jahr: Hofverkauf, Nachbarn, Arbeitskollegen, ein befreundeter Hofladen.
  • Mehrere hundert bis einige tausend Gläser: feste Wiederverkäufer in deiner Region, dazu Gastronomie.
  • Größere Mengen oder Überschussjahre: zusätzlich Eimerware an Abfüller oder Großhandel.

Die Mengen sind grobe Orientierung, keine Grenzwerte. Entscheidend ist, ob du Honig verschenken musst, weil die Abnehmer fehlen, oder ob Läden schon im Frühjahr fragen, wann die neue Ernte kommt. Wer Honig nur zukauft und unter eigenem Namen abfüllt oder importiert, ist übrigens kein Imker mehr, sondern Händler: Dann gelten Gewerbeanmeldung und die volle Verantwortung für Herkunftsangabe und Qualität.

Honig an Händler verkaufen: so klappt der Schritt in die Läden

Ein Ladeninhaber nimmt nicht den zehnten Honig ins Regal, nur weil er regional ist. Er will wissen, warum sich deiner verkauft. Starke Gründe sind eine klare Herkunft (Lindenhonig vom Stadtrand, Heidehonig aus der Wanderimkerei), sichtbare Sorten statt nur Blütenhonig und ein Glas, das im Regal auffällt.

  1. Sortiment festlegenZwei bis vier Sorten, ein einheitliches Glas, klare Preise. Lieber wenige Sorten zuverlässig liefern als zwölf, die im August ausverkauft sind.
  2. Händlerpreisliste anlegenHändlerpreis netto, empfohlener Verkaufspreis, Verpackungseinheit (zum Beispiel 12 Gläser pro Karton), Lieferweg.
  3. Passende Läden auswählenHofläden und Bioläden im Umkreis zuerst, dann Feinkost und Bäckereien mit Frühstücksgeschäft.
  4. Probe mitbringen und nachfassenEin Glas zum Probieren, ein Infoblatt zur Imkerei, nach zwei Wochen nachfragen, wie es läuft.
Praxistipp: Erntemenge vorab zusagen

Händler ärgert nichts mehr als ein Honig, der im Herbst ausverkauft ist. Sag deinen Läden im Frühjahr, welche Menge du ungefähr reservierst, und halte dich daran. So wirst du zum festen Lieferanten statt zum Glücksfund.

Großhandel, Supermarkt oder eigene Händler?

WegWas du bekommstWorauf du achten musst
Großhandel und AbfüllerSchnell große Mengen losNiedriger Kilopreis, Qualitätsprüfung durch den Abnehmer
SupermarktHohe SichtbarkeitRealistisch meist nur bei selbstständigen Kaufleuten mit regionalem Regal
Eigene WiederverkäuferGute Marge, NachbestellungenDu musst die Läden selbst finden und betreuen

Für die meisten Imkereien mit Wachstumsplänen ist ein Netz aus festen Wiederverkäufern der stabilste Weg. Wie du einzelne Supermärkte ansprichst, steht im Ratgeber zur Listung bei selbstständigen Kaufleuten. Wenn dir die Zeit für die Akquise fehlt, findet LeadB2B mit dem HQL-Framework passende Hofläden, Bioläden und Feinkostläden, prüft jede Anfrage und begleitet sie bis zur ersten Bestellung.

FAQ

Häufige Fragen zu Honig. Kurz beantwortet.

Darf man eigenen Honig ohne Gewerbe verkaufen?

Oft ja, weil Imkerei als Urproduktion meist zur Landwirtschaft zählt und dafür keine Gewerbeanmeldung nötig ist. Die Pflichten als Lebensmittelunternehmer gelten trotzdem: Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung, Hygiene und ein korrektes Etikett. Kaufst du Honig zu oder verarbeitest ihn weiter, kann ein Gewerbe nötig werden. Verbindlich klärt das dein Gewerbeamt, dies ist keine Rechtsberatung.

Honig verkaufen: was muss aufs Etikett?

Aufs Etikett gehören mindestens Bezeichnung, Ursprungsland, Füllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum, in der Regel eine Losnummer sowie Name und Anschrift des Verantwortlichen. Eine Sortenbezeichnung wie Akazienhonig darfst du nur verwenden, wenn der Honig überwiegend aus dieser Tracht stammt. Lass dein Etikett im Zweifel von der Lebensmittelüberwachung oder deinem Imkerverein prüfen.

Muss ich als Hobbyimker Steuern auf verkauften Honig zahlen?

Das hängt von Größe und Umsatz deiner Imkerei ab. Für kleine landwirtschaftliche Betriebe gibt es steuerliche Sonderregeln, und es spielt eine Rolle, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt. Konkrete Grenzen und Sätze klärst du mit deinem Steuerberater oder dem Finanzamt, nicht mit einem Forum.

Honig an den Großhandel verkaufen: wie geht das?

Du verkaufst Eimer- oder Fassware an Honigabfüller oder Großhändler, die eine Probe deines Honigs vor dem Kauf untersuchen lassen. Der Kilopreis liegt deutlich unter dem, was du im Glas über Läden erzielst. Großhandel lohnt sich deshalb vor allem für Überschussjahre oder Sorten, die du nicht selbst vermarktest.

Kann ich meinen Honig im Supermarkt verkaufen?

Ja, am ehesten über selbstständige Kaufleute, die regionale Produkte für ihren eigenen Markt listen dürfen. Eine zentrale Listung bei einer Kette setzt Mengen und Lieferfähigkeit voraus, die eine kleine Imkerei selten hat. Starte mit einem Markt in deiner Nähe und zeig dort, dass sich dein Honig verkauft.

Darf man Honig ohne Honigkurs verkaufen?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht zu einem Honigkurs gibt es nicht, du musst aber die Hygieneanforderungen für Lebensmittel kennen und einhalten. Wer das Einheitsglas eines Imkerverbands nutzen will, braucht dafür in der Regel eine Schulung des Verbands. Ein Kurs hilft auch im Gespräch mit Händlern, weil er Qualität belegt.

Muss ich beim Honigverkauf eine Rechnung schreiben?

An Läden, Cafés und Hotels ja, denn gewerbliche Abnehmer brauchen eine ordentliche Rechnung für ihre Buchhaltung. Beim Verkauf an Privatleute am Hoftor reicht meist eine Quittung auf Nachfrage. Welche Angaben auf deine Rechnung gehören, hängt von deinem steuerlichen Status ab, frag dafür deinen Steuerberater.

Wo kann ich Honig verkaufen, wenn der Hofverkauf nicht mehr reicht?

In Hofläden, Bioläden, Feinkostläden, Bäckereien und Cafés in deiner Region. Diese Läden kaufen kartonweise und bestellen jede Saison nach. Wie du sie gezielt findest, zeigt der Ratgeber Hofladen beliefern.

Hol dir die Händler, bevor es dein Wettbewerber tut.

Die Zahl passender Handelspartner in deiner Branche ist begrenzt. Im Potenzialgespräch zeigen wir dir, wie viele davon für dein Produkt erreichbar sind.

15 Minuten · kostenfrei · unverbindlich