Hundefutter und Hundeleckerli darfst du verkaufen, wenn du ein Gewerbe anmeldest, dich bei der zuständigen Behörde als Futtermittelunternehmer registrierst und die Kennzeichnungsregeln des Futtermittelrechts einhältst. Wer Fleisch oder andere tierische Rohstoffe verarbeitet, muss zusätzliche Vorgaben beachten. Regelmäßige Abnehmer sind Gartencenter, Hofläden, Concept Stores und Onlinehändler.
Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026
Was du beachten musst, wenn du Hundefutter verkaufst
- GewerbeanmeldungWer regelmäßig Hundefutter oder Leckerli verkauft, ist gewerblich tätig. Das gilt auch für kleine Mengen über Instagram oder Märkte.
- Registrierung als FuttermittelunternehmerHundefutter ist kein Lebensmittel, sondern Futtermittel. Du registrierst dich deshalb bei der für Futtermittel zuständigen Behörde. Welche Stelle das ist, unterscheidet sich je nach Bundesland, oft hilft das Veterinäramt oder die Landesbehörde für Futtermittelüberwachung weiter.
- Tierische RohstoffeVerarbeitest du Fleisch, Innereien, Fisch oder Kauartikel wie getrocknete Ochsenziemer, gelten zusätzliche Regeln für tierische Nebenprodukte. Hier kann eine eigene Registrierung oder Zulassung beim Veterinäramt nötig sein. Kläre das, bevor du produzierst.
- FuttermittelhygieneAuch Futtermittel müssen hygienisch hergestellt, gelagert und dokumentiert werden. Getrennte Bereiche, Reinigungsplan und Chargendokumentation gehören zur Grundausstattung.
- Kennzeichnung nach FuttermittelrechtAuf die Packung gehören unter anderem Tierart, Art des Futtermittels (Allein- oder Ergänzungsfuttermittel), Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Fütterungshinweise, Nettomenge, Haltbarkeit, Charge sowie Name und Anschrift. Heilversprechen sind tabu.
- Steuern und BeratungUmsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung klärst du mit deinem Steuerberater. Keine Rechts- oder Steuerberatung, im Zweifel fragst du Futtermittelüberwachung, Veterinäramt, IHK oder Steuerberater.
Das hier ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung, der IHK oder Handwerkskammer und deinem Steuerberater.
Wo du Hundefutter verkaufen kannst
Direktverkauf und Hundeevents
Hundeschulen, Hundesportveranstaltungen und Märkte sind gut, um Leckerli zu testen. Hundehalter probieren gern, wenn der Hund begeistert ist.
Onlineshop
Hundefutter wird häufig online gekauft, auch im Abo. Trockenfutter und Leckerli lassen sich gut verschicken, Frischfutter braucht Kühlversand.
Gartencenter, Hofläden und Concept Stores
Viele Gartencenter haben eine Tierabteilung, Hofläden führen regionale Leckerli, Concept Stores suchen Marken mit schönem Design. Hier entsteht planbarer Absatz über Nachbestellungen.
Onlinehändler
Spezialisierte Onlineshops für Hundebedarf nehmen kleine Marken auf, wenn Verpackung, Fotos und Lieferfähigkeit stimmen.
Hundesalons und Hundeschulen
Kleine Wiederverkäufer, die Leckerli an der Kasse verkaufen. Die Mengen sind klein, aber die Kunden sind treu.
Welche Läden Hundefutter weiterverkaufen
Preis und Handelsspanne
Bei Leckerli ist der Preis pro 100 Gramm entscheidend, weil Kunden genau vergleichen. Kleine Hersteller punkten mit Herkunft und kurzer Zutatenliste, nicht mit dem niedrigsten Preis. Beispielrechnung, angenommene Werte: Eine 150-Gramm-Tüte Leckerli kostet dich 1,70 Euro, Abgabepreis an ein Gartencenter 3,20 Euro netto, Verkaufspreis 5,99 Euro. Mit dem Handelsspannen-Rechner prüfst du, ob die Spanne für das Gartencenter attraktiv genug ist.
Darf man Hundefutter selbst herstellen und verkaufen?
Ja, aber nicht nach Lebensmittelrecht, sondern nach Futtermittelrecht. Das überrascht viele Gründer, die vorher Hundekekse für Freunde gebacken haben. Du registrierst dich als Futtermittelunternehmer, kennzeichnest nach den Regeln für Futtermittel und achtest auf Hygiene in der Herstellung. Wer mit Fleisch, Innereien oder Fisch arbeitet, hat zusätzlich mit den Vorgaben für tierische Nebenprodukte zu tun. Das ist kein Hexenwerk, aber du solltest die Reihenfolge einhalten: erst klären, dann produzieren, dann verkaufen. Keine Rechtsberatung, im Zweifel fragst du Futtermittelüberwachung oder Veterinäramt.
Hundeleckerli oder Alleinfutter: womit starten?
Für die meisten kleinen Hersteller sind Leckerli der leichtere Einstieg. Ein Alleinfuttermittel muss den kompletten Nährstoffbedarf des Hundes decken. Das verlangt eine sauber berechnete Rezeptur und meist fachliche Unterstützung. Leckerli und Kauartikel sind Ergänzungsfuttermittel, die Rezeptur ist einfacher, und Händler nehmen sie leichter ins Sortiment, weil sie als Impulskauf an der Kasse funktionieren.
| Produkt | Einstieg | Typische Händler |
|---|---|---|
| Gebackene Leckerli | Einfach, gut haltbar | Gartencenter, Hofläden, Hundesalons |
| Getrocknete Kauartikel | Regeln für tierische Rohstoffe beachten | Gartencenter, Onlinehändler |
| Trockenfutter | Aufwendige Rezeptur, große Mengen | Onlinehändler, spezialisierte Läden |
| Frischfutter | Kühlkette, kurze Haltbarkeit | Lokale Läden mit Tiefkühler, Abo online |
Hundefutter online verkaufen oder an Läden?
Online verkaufst du an Endkunden mit guter Marge, aber du musst Werbung bezahlen und jede Bestellung einzeln packen. Läden kaufen größere Mengen auf einmal und bestellen nach, wenn die Leckerli laufen. Viele erfolgreiche kleine Marken machen beides: Online für Stammkunden und Abos, Läden für Reichweite in der Region. Ein Gartencenter mit Tierabteilung bringt dich vor Hundehalter, die deinen Shop nie gefunden hätten. Und wer deine Leckerli dort einmal gekauft hat, sucht später oft gezielt nach deinem Shop, um größere Packungen oder das Abo zu bestellen.
Passende Kombinationen findest du bei Tiernahrung für Gartencenter, Tiernahrung für Hofläden und Tiernahrung für Concept Stores.
Viele Läden haben einen eigenen Hund oder Kunden, die mit Hund einkaufen. Gib zur Erstbestellung eine offene Probiertüte mit, aus der Kunden ihrem Hund ein Stück geben dürfen. Wenn der Hund begeistert ist, ist die Kaufentscheidung meist gefallen.
Wie gewinne ich Händler für mein Hundefutter?
Händler für Tierbedarf achten auf drei Dinge: korrekte Kennzeichnung, verlässliche Lieferung und einen Grund, warum Kunden dein Produkt statt der bekannten Marke kaufen. Bereite diese Punkte vor, bevor du anfragst.
- Kennzeichnung: Lass dein Etikett einmal von einer fachkundigen Stelle prüfen. Ein Händler, der falsch gekennzeichnete Ware im Regal hat, bekommt selbst Ärger.
- Verpackung: Wiederverschließbare Beutel mit Sichtfenster verkaufen sich besser als einfache Tüten, weil Kunden die Leckerli sehen wollen.
- Saison: Gartencenter planen ihre Tierabteilung oft für das Weihnachtsgeschäft vor. Adventskalender und Geschenksets für Hunde sind ein guter Türöffner.
- Nachschub: Sag klar, wie schnell du nachliefern kannst. Leere Haken im Regal sind für Händler schlimmer als eine kleine Marke.
LeadB2B unterstützt Hersteller dabei mit dem HQL-Framework: Zuerst wird festgelegt, welche Gartencenter, Hofläden und Concept Stores zu deinem Produkt passen. Kampagnen in deinem Namen und Look ziehen genau diese Händler an, jede Anfrage wird geprüft und die passenden werden in deiner Kundenplattform bis zur Bestellung begleitet. Wie du neue Händler danach bindest, steht im Ratgeber Händler binden.