Concept Stores wählen Produkte nach Stil und Geschichte aus, nicht nach Kategorie. Die Inhaberin entscheidet selbst, oft nach einem Blick auf Verpackung und Social-Media-Auftritt, und bestellt kleine Mengen direkt beim Hersteller, über Marktplätze oder auf Designmessen. Du gewinnst sie mit starker Optik und einer Geschichte, die zum Laden passt.
Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026
So tickt ein Concept Store
Kleine bis mittlere Läden in Innenstädten und Szenevierteln, oft mit Café, Showroom oder Eventfläche. Viele haben einen eigenen Onlineshop.
Gemischt: Mode, Wohnaccessoires, Bücher, Pflegeprodukte und eine kleine Auswahl an Lebensmitteln und Getränken mit besonderem Design.
Direkt beim Hersteller, über B2B-Marktplätze, Designmessen und Agenturen. Einzelne Läden arbeiten auch mit Kommission.
Die Gründerin oder der Gründer, oft mit Hintergrund in Design, Mode oder Gastronomie. Entschieden wird nach Gefühl für Stil und Zielgruppe.
Was Concept Stores bei neuen Marken suchen
- Eine Verpackung, die als Gestaltungsobjekt im Regal funktioniert
- Eine Marke mit erzählbarer Herkunft und klarer Haltung
- Produkte, die nicht im Supermarkt oder Drogeriemarkt stehen
- Kleine Mindestmengen, weil das Sortiment oft wechselt
- Bilder und Inhalte, die der Laden für Instagram und Onlineshop nutzen kann
So gewinnst du Concept Stores als Händler
- Mit Bildern überzeugenConcept Stores entscheiden visuell. Schick gute Produktfotos auf hellem Grund und ein, zwei Stimmungsbilder. Wer das Produkt nicht sieht, bestellt es nicht.
- Eine kleine Erstbestellung ermöglichenEin gemischter Karton mit wenigen Einheiten pro Sorte senkt das Risiko für den Laden. Concept Stores testen gern, wollen aber kein Lager aufbauen.
- Exklusivität im Viertel anbietenViele Concept Stores wollen nicht dasselbe führen wie der Laden nebenan. Das Versprechen, im direkten Umfeld keinen zweiten Laden zu beliefern, kann überzeugen.
- Content mitliefernStell Texte, Fotos und kurze Videos bereit, die der Laden in Social Media und im Onlineshop verwenden darf. Das spart ihm Arbeit und bringt dein Produkt vor seine Kundschaft.
Typische Fehler von Herstellern
- Ein Verpackungsdesign anbieten, das wie Standardware aus dem Supermarkt aussieht
- Nur ein Preisblatt schicken, ohne Bilder und ohne Geschichte
- Nach dem ersten Test nicht nachfassen, obwohl Concept Stores ihr Sortiment ständig neu zusammenstellen
Wie entscheidet ein Concept Store über neue Produkte?
Im Concept Store gibt es keine Kategorie Getränke oder Feinkost, die gefüllt werden muss. Es gibt eine Idee, und jedes Produkt muss in diese Idee passen. Eine Inhaberin, die skandinavisches Design führt, sucht eine Limonade mit reduziertem Etikett. Ein Laden mit Fokus auf Nachhaltigkeit will eine Schokolade mit nachvollziehbarer Lieferkette. Was nicht passt, kommt nicht rein, egal wie gut es schmeckt.
Die Entdeckung läuft oft über Social Media, B2B-Marktplätze und Designmessen. Viele Inhaberinnen suchen gezielt nach neuen Marken und schreiben Hersteller direkt an. Umgekehrt reagieren sie gut auf Anfragen, die zeigen, dass der Hersteller den Laden kennt.
Wie viel Platz und welche Mengen?
Lebensmittel nehmen im Concept Store meist nur eine kleine Fläche ein: einen Regalboden, einen Tisch, einen Platz an der Kasse. Pro Sorte reichen oft wenige Einheiten. Beispielrechnung, angenommene Werte: Ein Concept Store bestellt einen gemischten Karton mit 18 Tafeln Schokolade in drei Sorten. Er verkauft im ersten Monat 12 Stück und bestellt nach. Über das Jahr kommen so etwa 150 Tafeln zusammen, dazu Spitzen vor Weihnachten und zum Valentinstag.
Kommission oder feste Bestellung?
Einige Concept Stores arbeiten mit Kommissionsware, vor allem bei jungen Marken. Das senkt ihr Risiko und verschiebt es zu dir. Für Lebensmittel mit MHD ist Kommission heikel, weil abgelaufene Ware zurückkommt. Wenn du dich darauf einlässt, regle Abrechnung, Laufzeit und Rücknahme schriftlich. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel frag einen Anwalt oder Steuerberater.
Concept Stores bauen ihre Flächen mehrmals im Jahr um. Frag, wann der nächste Umbau geplant ist, und biete eine passende Variante oder Geschenkedition an. Wer zum Umbau da ist, bekommt einen besseren Platz.
Wie bleibst du nach dem ersten Test im Laden?
- Nach zwei bis drei Wochen nachfragen, wie sich das Produkt verkauft
- Neue Sorten oder saisonale Varianten anbieten, damit das Regal frisch bleibt
- Content zum Teilen bereitstellen, damit der Laden dein Produkt online zeigt
- Nachbestellungen einfach machen, etwa über ein Händlerportal oder ein kurzes Formular
Concept Stores sind eher ein Netzwerk als einzelne Großkunden. Viele kleine Läden mit ähnlichem Stil ergeben zusammen eine sichtbare Marke. LeadB2B spricht solche Läden über Kampagnen im Look deiner Marke an, damit die Anfrage schon zum Stil passt, bevor das erste Gespräch stattfindet. Wie du Händler danach hältst, beschreibt der Ratgeber Händler binden.