Eis verkaufen. Von der Eisdiele in fremde Truhen.

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Kurz gesagt

Wer Eis herstellt und verkauft, braucht eine Gewerbeanmeldung, eine Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung und ein Hygienekonzept mit lückenloser Kühlkette. Speiseeisherstellung ist in Deutschland ein zulassungsfreies Handwerk, ein Meistertitel ist meist nicht nötig. Für planbaren Umsatz außerhalb der Eisdiele brauchst du abgepacktes Eis und Händler mit eigener Tiefkühltruhe.

Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026

Was du beachten musst, wenn du Eis verkaufst

  1. Gewerbe und HandwerkskammerFür die Herstellung und den Verkauf von Eis meldest du ein Gewerbe an. Speiseeisherstellung gehört zu den zulassungsfreien Handwerken, ein Meistertitel ist in der Regel keine Voraussetzung. Ob du dich bei der Handwerkskammer eintragen lassen musst, klärst du direkt mit der HWK.
  2. Registrierung bei der LebensmittelüberwachungVor dem Start meldest du deinen Betrieb bei der Lebensmittelüberwachung. Eis mit Milch, Sahne oder Ei schaut sich die Behörde genau an. Lieferst du Erzeugnisse mit Zutaten tierischen Ursprungs an andere Betriebe, kann je nach Fall statt der Registrierung eine Zulassung nötig sein. Frag das vor der ersten Händlerlieferung nach.
  3. Hygienekonzept nach HACCP-GrundsätzenEis ist ein empfindliches Lebensmittel. Du brauchst Eigenkontrollen nach HACCP-Grundsätzen: Pasteurisieren der Mischung, Reinigungspläne für Maschinen und Portionierer, dokumentierte Temperaturen, Schulung aller Mitarbeitenden. Ein Gesundheitszeugnis beziehungsweise eine Belehrung nach Infektionsschutzgesetz brauchst du für alle, die mit dem Eis arbeiten.
  4. Kühlkette bis in die Truhe des HändlersVom Härtefroster bis zur Truhe im Hofladen muss dein Eis durchgehend tiefgekühlt bleiben. Für die Belieferung von Läden brauchst du ein Tiefkühlfahrzeug oder eine Spedition mit Tiefkühlung. Dokumentier die Temperatur bei jeder Übergabe, damit du im Reklamationsfall belegen kannst, wo die Kette gerissen ist.
  5. Kennzeichnung bei abgepacktem EisBecher und Stieleis brauchen ein vollständiges Etikett nach Lebensmittelinformations-Verordnung: Bezeichnung, Zutaten, hervorgehobene Allergene wie Milch, Ei und Nüsse, Nährwerte, Mindesthaltbarkeitsdatum, Lagerhinweis, Füllmenge und Hersteller. Für sehr kleine handwerkliche Mengen gibt es Ausnahmen bei der Nährwerttabelle, lass dir das bestätigen.
  6. Genehmigungen für Eiswagen und StandVerkaufst du mit Eiswagen oder Fahrrad an wechselnden Orten, brauchst du je nach Fall eine Reisegewerbekarte, auf öffentlichen Flächen eine Sondernutzungserlaubnis der Gemeinde und auf Festen die Zusage des Veranstalters. Ansprechpartner sind Gewerbeamt und Ordnungsamt. Das alles ist keine Rechtsberatung, die Behörden vor Ort entscheiden.
Kein Ersatz für Beratung

Das hier ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung, der IHK oder Handwerkskammer und deinem Steuerberater.

Wo du Eis verkaufen kannst

Eigene Eisdiele oder Eiswagen

Offenes Eis aus der Theke bringt die beste Marge pro Kugel, hängt aber am Wetter, an deinem Standort und an deinen Öffnungszeiten. Im Winter steht der Umsatz fast still.

Online und Tiefkühlversand

Eis per Paket zu versenden, braucht Isolierboxen und Trockeneis oder Kühlakkus. Das ist teuer und bei kleinen Bestellungen kaum rentabel. Für den Anfang eher als Geschenkbox zu Feiertagen geeignet als als Hauptkanal.

Wiederverkäufer mit Tiefkühltruhe

Hofläden, Lebensmittelhändler und Cafés mit eigener Truhe verkaufen deine Becher und dein Stieleis an ihre Kunden. Das trägt den Umsatz auch an Tagen, an denen deine eigene Theke leer bleibt, und reicht weit über deinen Ort hinaus.

Gastronomie und Hotels

Restaurants und Hotels kaufen Eis für Dessertkarte und Buffet, meist in Großgebinden wie 2,5- oder 5-Liter-Schalen. Sie bestellen regelmäßig und oft auch außerhalb der Hochsaison.

Tiefkühl-Großhandel

Ein Tiefkühl-Großhändler bringt dein Eis in viele Betriebe auf einmal. Dafür musst du größere Mengen, stabile Preise und eine geprüfte Logistik liefern können, und deine Marge sinkt deutlich.

Welche Läden Eis weiterverkaufen

Preis und Handelsspanne

Beim Eis entscheidet das Gebinde über die Kalkulation. Eine Kugel in der eigenen Eisdiele ist etwas anderes als ein 500-ml-Becher, den ein Hofladen aus der Truhe verkauft. Der Laden braucht eine Spanne, die auch Strom für die Truhe und Ausfälle durch angetautes Eis abdeckt. Beispielrechnung, angenommene Werte, alles netto: Der Becher kostet im Laden 6 Euro, der Händler kalkuliert mit 35 Prozent Spanne auf den Verkaufspreis, dein Händlerpreis liegt damit bei 3,90 Euro. Davon gehen Zutaten, Becher, Etikett, Arbeit und Tiefkühltransport ab. Prüf deine Werte mit dem Handelsspannen-Rechner.

Eis selber herstellen und verkaufen: was gehört dazu?

Eis gilt als eines der heikelsten Lebensmittel, weil es Milch, Sahne, Ei und Zucker kombiniert und kalt gelagert wird. Fehler bei Pasteurisierung oder Kühlung fallen nicht sofort auf. Deshalb schauen Lebensmittelüberwachung und Händler bei Eisherstellern genau hin. Wer sauber arbeitet und das dokumentiert, hat aber einen klaren Vorteil: Viele kleine Läden wollen handwerkliches Eis in der Truhe und finden kaum Hersteller, die zuverlässig liefern.

Suchanfragen wie „eis verkaufen kinder“ oder „privat eis verkaufen“ kommen meist von Familien, die für ein Schulfest oder den Gartenflohmarkt Eis anbieten wollen. Für einmalige Aktionen gelten vor Ort oft vereinfachte Regeln des Veranstalters, Hygiene bleibt trotzdem Pflicht. Wer regelmäßig und gegen Geld verkauft, ist dagegen Lebensmittelunternehmer, mit allen Pflichten aus dem Abschnitt oben.

Offenes Eis oder abgepacktes Eis?

Offenes Eis aus der ThekeAbgepacktes Eis (Becher, Stiel)
VerkaufsortEigene Eisdiele, Eiswagen, StandFremde Truhen in Läden, Cafés, Hotels
KennzeichnungAllergeninformation an der ThekeVollständiges Etikett nach LMIV
ReichweiteDein StandortJeder Laden mit Tiefkühltruhe
SaisonStark wetterabhängigGleichmäßiger, auch durch Gastronomie

Für Wachstum über die eigene Theke hinaus führt kaum ein Weg an abgepacktem Eis vorbei. Das heißt: Becher und Deckel auswählen, Etikett erstellen, Haltbarkeit festlegen und belegen, Kartons für die Truhe planen.

Was ein Händler prüft, bevor er Truhenplatz freigibt

Truhenplatz ist knapp. Ein Hofladen hat oft nur eine Truhe, in der schon Tiefkühlgemüse, Brötchen und das Eis einer großen Marke liegen. Damit dein Eis dort einen Platz bekommt, muss es für den Händler einfacher sein als das, was er schon hat.

  • Liefert der Hersteller zuverlässig und in kleinen Mengen, auch nur zwei Kartons pro Tour?
  • Passen die Becher in die vorhandene Truhe, ohne dass Platz verschenkt wird?
  • Gibt es ein Truhenschild oder einen Aufsteller, der Kunden erklärt, woher das Eis kommt?
  • Was passiert, wenn die Truhe ausfällt und Ware antaut: wer trägt den Schaden?

Wenn du diese Fragen vorab in deinem Händlerinfoblatt beantwortest, verkürzt du das Gespräch und wirkst wie ein Lieferant, der weiß, wie der Alltag im Laden aussieht.

Wie kommt dein Eis in fremde Truhen?

  1. Truhenfähiges SortimentVier bis sechs Sorten im Becher, davon zwei Klassiker und zwei Sorten, die nur du hast. Dazu gegebenenfalls ein Stieleis für Kinder und Spontankäufe.
  2. Lieferlogistik klärenLiefertag pro Region, Mindestbestellmenge pro Tour, Übergabe mit Temperaturprotokoll.
  3. Händler mit Truhe ansprechenHofläden mit Café, Lebensmittelhändler im Ort, Ausflugscafés. Frag zuerst, ob sie Truhenplatz haben, und biete bei Bedarf Unterstützung bei der Truhe an.
  4. Nachbestellung einplanenEis dreht im Sommer schnell. Frag aktiv nach, statt zu warten, bis die Truhe leer ist.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Eismanufaktur Jackle & Heidi aus Mecklenburg-Vorpommern: Mit LeadB2B kamen 26 neue Händler in zwei Monaten dazu, die erste Anfrage nach weniger als 48 Stunden. Die Investition fürs erste Jahr war allein über die Erstbestellungen wieder drin.

Was machst du von Oktober bis März?

Die Wintermonate entscheiden, ob eine Eismanufaktur das Jahr trägt. Hotels und Restaurants bestellen Desserts auch im Winter, Hofläden mit Café verkaufen Eis zu Kuchen, und Wintersorten wie Zimt, Spekulatius oder Glühweinbirne passen in Geschenk- und Feiertagssortimente. Wer im Winter Händler gewinnt, ist im Frühjahr schon gelistet, wenn die Saison anläuft.

Praxistipp: Händler im Winter gewinnen

Im Juli hat kein Ladenbesitzer Zeit für ein Gespräch über neue Eislieferanten. Im Januar und Februar schon. Plan deine Händlerakquise für das Frühjahr, damit dein Eis zur ersten warmen Woche in der Truhe liegt.

FAQ

Häufige Fragen zu Eis. Kurz beantwortet.

Was muss man beachten, wenn man Eis verkaufen will?

Du brauchst eine Gewerbeanmeldung, eine Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung, ein Hygienekonzept mit Eigenkontrollen und eine lückenlose Kühlkette. Bei abgepacktem Eis kommt ein vollständiges Etikett mit Allergenen und Mindesthaltbarkeitsdatum dazu. Die verbindlichen Anforderungen für deinen Fall nennt dir die Lebensmittelüberwachung, dies ist keine Rechtsberatung.

Braucht man einen Meister, um Eis zu verkaufen?

In der Regel nein, denn Speiseeisherstellung ist in Deutschland ein zulassungsfreies Handwerk. Du meldest trotzdem ein Gewerbe an und klärst mit der Handwerkskammer, ob eine Eintragung nötig ist. Bietest du zusätzlich Torten oder Gebäck an, kann das Konditorhandwerk berührt sein, das meisterpflichtig ist.

Welche Genehmigung braucht man, um Eis mobil zu verkaufen?

Für den Eiswagen an wechselnden Orten brauchst du je nach Fall eine Reisegewerbekarte und auf öffentlichen Flächen eine Sondernutzungserlaubnis der Gemeinde. Dazu kommen die Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung und ein Fahrzeug, das die Hygieneanforderungen erfüllt. Frag Gewerbeamt und Ordnungsamt deiner Stadt, bevor du losfährst.

Darf man selbstgemachtes Eis privat verkaufen?

Für einmalige Aktionen wie ein Schulfest gelten oft die Regeln des Veranstalters, Hygiene ist trotzdem Pflicht. Wer regelmäßig selbstgemachtes Eis gegen Geld verkauft, ist Lebensmittelunternehmer und braucht Gewerbe und Registrierung. Eis aus der heimischen Küche ist wegen Milch und Ei ein echtes Risiko, sprich vorher mit der Lebensmittelüberwachung.

Wie lange darf man Eis verkaufen?

Abgepacktes Eis darfst du bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum verkaufen, das du als Hersteller festlegst und belegen können musst. Voraussetzung ist eine ununterbrochene Kühlkette. Eis, das angetaut war, solltest du nicht wieder einfrieren und verkaufen, weil die Lebensmittelüberwachung das als Hygienerisiko sieht.

Wie verkaufe ich abgepacktes Eis an Läden?

Mit einem kleinen Bechersortiment, festen Liefertagen und Händlern, die eine eigene Tiefkühltruhe haben. Gute Startpunkte sind Hofläden mit Café, Lebensmittelhändler und Ausflugscafés in deiner Region. Mehr dazu steht auf der Seite Speiseeis für Hofläden.

Lohnt es sich, Eis an Restaurants und Hotels zu verkaufen?

Ja, weil Gastronomie und Hotels Eis auch außerhalb der Hochsaison abnehmen und regelmäßig nachbestellen. Sie kaufen meist Großgebinde für Dessertkarte und Buffet statt einzelner Becher. Das gleicht deine Saisonkurve aus.

Hol dir die Händler, bevor es dein Wettbewerber tut.

Die Zahl passender Handelspartner in deiner Branche ist begrenzt. Im Potenzialgespräch zeigen wir dir, wie viele davon für dein Produkt erreichbar sind.

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