Tee darfst du verkaufen, wenn du ein Gewerbe angemeldet und dich bei der Lebensmittelüberwachung als Lebensmittelunternehmer registriert hast. Wer Tee selbst mischt und abfüllt, haftet für Rohware, Etikett und Werbeaussagen. Heilversprechen sind tabu, sonst wird aus dem Tee schnell ein Arzneimittel. Für regelmäßigen Absatz brauchst du neben dem Onlineshop Feinkostläden, Reformhäuser und Cafés.
Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026
Was du beachten musst, wenn du Tee verkaufst
- GewerbeanmeldungWer Tee regelmäßig verkauft, ob selbst gemischt oder nur abgefüllt, meldet ein Gewerbe an. Eine spezielle Teelizenz gibt es in Deutschland nicht. Ausnahmen kann es für Landwirte geben, die selbst angebaute Kräuter verkaufen, das klärt das Gewerbeamt.
- Registrierung als LebensmittelunternehmerSchon das Abfüllen von Tee in eigene Tüten macht dich zum Lebensmittelunternehmer. Du meldest dich bei der Lebensmittelüberwachung, die Lager- und Abfüllräume kontrollieren kann.
- Rohware mit Nachweisen einkaufenKräuter und Teeblätter können Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Schimmelpilzgifte oder pflanzliche Verunreinigungen wie Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Kauf bei Lieferanten, die Spezifikationen und Analysen liefern, und bewahre Chargennummern auf. Du haftest als Inverkehrbringer für deine Mischung.
- Kennzeichnung nach LMIVAuf die Packung gehören Bezeichnung (zum Beispiel Kräutertee, aromatisierter Früchtetee), Zutaten in absteigender Menge, Allergene, Füllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Losnummer und Hersteller. Verwendest du Aromen, müssen sie im Zutatenverzeichnis stehen.
- Keine HeilversprechenAussagen wie „hilft bei Erkältung“ oder „senkt den Blutdruck“ sind für Lebensmittel nicht erlaubt. Gesundheitsbezogene Angaben sind nur in engen Grenzen nach EU-Recht zulässig. Ein Tee, der mit Heilwirkung beworben wird, kann als Arzneimittel gelten. Formuliere über Geschmack, Anlass und Herkunft.
- Bio und SteuernWillst du Bio auf die Packung schreiben, brauchst du eine Zertifizierung durch eine Öko-Kontrollstelle. Steuerliche Fragen wie Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung klärst du mit deinem Steuerberater. Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Das hier ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung, der IHK oder Handwerkskammer und deinem Steuerberater.
Wo du Tee verkaufen kannst
Eigener Laden und Märkte
Auf Märkten kannst du Kunden an Mischungen riechen lassen, das verkauft. Für dauerhaften Umsatz ist ein Stand aber zu klein und zu wetterabhängig.
Online-Shop
Tee ist leicht, lange haltbar und bruchsicher. Damit ist er einer der wenigen Lebensmittelbereiche, in denen Onlinehandel für kleine Marken gut funktioniert, besonders mit Probiersets und Abos.
Feinkostläden, Reformhäuser, Bioläden
Diese Läden haben eigene Teeregale und suchen Mischungen, die es nicht überall gibt. Sie verkaufen an Stammkunden und bestellen nach, sobald eine Sorte läuft.
Cafés und Hotels
Cafés brauchen eine Teekarte, die zu ihrem Konzept passt, Hotels Tee fürs Frühstück und die Zimmer. Beide kaufen in Großgebinden oder Pyramidenbeuteln und verkaufen oft zusätzlich Packungen.
Großhandel und Private Label
Teemischungen unter fremdem Namen für Hotels oder Geschenkeläden zu produzieren, bringt Volumen. Deine eigene Marke wird dadurch aber nicht bekannter.
Welche Läden Tee weiterverkaufen
Preis und Handelsspanne
Bei Tee ist der Rohstoff pro Packung oft günstig, teuer sind gute Qualität, Analysen, Verpackung und kleine Abfüllmengen. Beispielrechnung, angenommene Werte, alles netto: Eine 100-g-Dose Kräutermischung kostet im Reformhaus 8 Euro, das Reformhaus kalkuliert mit 40 Prozent Spanne auf den Verkaufspreis. Dein Händlerpreis liegt bei 4,80 Euro. Davon müssen Rohware, Dose, Etikett, Abfüllung und Laboranalysen bezahlt werden. Spiel deine Werte im Handelsspannen-Rechner durch, bevor du Händlerpreise festlegst.
Tee selber mischen und verkaufen: was du wirklich herstellst
Wer „eigenen Tee herstellen“ sagt, baut in Deutschland selten selbst Teepflanzen an. Meist kaufst du Schwarztee, Grüntee, Kräuter, Früchte und Gewürze bei Spezialhändlern ein und mischst daraus eigene Rezepturen. Rechtlich bist du damit Hersteller deiner Mischung: Du bestimmst die Zusammensetzung, du bringst sie unter deinem Namen in Verkehr, du haftest für das Etikett. Wer im eigenen Garten Pfefferminze, Melisse oder Kamille anbaut und trocknet, hat zusätzlich Fragen zu Trocknung, Lagerung und möglichen Verunreinigungen zu klären.
Rohware: dein größtes Risiko
Bei Tee entstehen die meisten Probleme nicht in deiner Abfüllung, sondern in der Rohware. Kräuter vom Feld können Beikräuter enthalten, Früchte können belastet sein, Lagerfehler führen zu Schimmel. Deshalb fragen auch Händler mit Erfahrung nach deinen Lieferanten.
- Kauf bei Händlern, die für jede Charge Spezifikationen und Rückstandsanalysen liefern.
- Notier für jede deiner Mischungen, welche Rohwarenchargen darin stecken.
- Lager Tee trocken, dunkel, kühl und getrennt von stark riechenden Produkten wie Gewürzen.
- Lass deine Hauptmischungen gelegentlich selbst untersuchen, gerade wenn du größere Mengen verkaufst.
Diese Dokumentation ist kein Selbstzweck. Ein Reformhaus, das deinen Tee ins Regal nimmt, möchte im Fall einer Kundenfrage oder einer Behördenanfrage schnell eine Antwort von dir.
Selbstgemachter Tee aus dem Garten
Ein Sonderfall sind Hobbygärtner, die Minze, Zitronenmelisse oder Ringelblumen selbst ziehen, trocknen und in hübschen Tüten auf dem Markt anbieten. Für ein paar Tüten beim Dorffest drückt kaum jemand ein Auge zu, regelmäßiger Verkauf ist aber Lebensmittelherstellung wie jede andere. Kritisch ist die Trocknung: Feuchte Blätter schimmeln im Beutel, und zwischen den Kräutern wachsen manchmal Wildpflanzen, die dort nichts zu suchen haben. Wer aus dem Garten ein Geschäft machen will, braucht einen sauberen Trockenraum, eine Sichtkontrolle jeder Ernte und Aufzeichnungen, welche Ernte in welcher Packung steckt. Größere Mengen kaufen die meisten Teemarken deshalb doch bei spezialisierten Lieferanten zu.
Wo kann ich Tee verkaufen?
| Händlertyp | Was dort gut läuft | Worauf er achtet |
|---|---|---|
| Feinkostladen | Besondere Schwarz- und Grüntees, Geschenkdosen | Hochwertige Verpackung, Herkunft |
| Reformhaus | Kräutermischungen, Wohlfühltees | Klare Zutaten, keine unzulässigen Gesundheitsversprechen |
| Bioladen | Bio-Kräuter, regionale Mischungen | Bio-Zertifikat, Nachfüllbarkeit |
| Café | Lose Tees für die Karte, Beutel zum Mitnehmen | Geschmack in der Tasse, Großgebinde |
| Geschenkeladen | Dosen und Sets mit schönem Design | Optik, Preis als Mitbringsel |
Mehr zu den einzelnen Kanälen findest du auf den Seiten Tee für Reformhäuser und Tee für Cafés.
Lose, im Beutel oder in der Dose?
Die Verpackung entscheidet, welche Läden dich listen. Lose Tees in Tüten mit Sichtfenster passen in Bioläden und Unverpacktläden. Dosen sind teurer, schützen besser und funktionieren in Feinkost- und Geschenkeläden. Pyramidenbeutel sind für Cafés und Hotels bequem, kosten dich aber mehr pro Gramm und eine Maschine oder einen Lohnabfüller. Starte mit einem Format und erweitere erst, wenn ein Kanal läuft.
Tee verkauft sich über Duft und Geschmack. Biete deinen Händlern einen Verkostungstag oder eine kleine Thermoskanne mit Probierbechern für das erste Wochenende an. Das bringt Abverkauf und damit die Nachbestellung.
Wenn dein Onlineshop läuft und du zusätzlich feste Händler willst, hilft LeadB2B dabei, passende Feinkostläden, Reformhäuser und Cafés gezielt zu gewinnen und die Anfragen bis zur ersten Bestellung zu begleiten.