Kombucha verkaufen. Gärung im Griff, Händler im Blick.

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Kurz gesagt

Kombucha darfst du verkaufen, wenn du ein Gewerbe anmeldest, dich als Lebensmittelunternehmer registrierst und die Gärung so im Griff hast, dass Alkoholgehalt, Kohlensäure und Haltbarkeit stabil bleiben. Weil Kombucha bei der Gärung etwas Alkohol bildet, solltest du den Gehalt regelmäßig messen lassen und die Kennzeichnung mit der Lebensmittelüberwachung abstimmen. Gute Abnehmer sind Cafés, Bioläden, Reformhäuser und Concept Stores.

Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026

Was du beachten musst, wenn du Kombucha verkaufst

  1. GewerbeanmeldungWer Kombucha regelmäßig verkauft, braucht ein Gewerbe. Das gilt für den Verkauf im eigenen Café genauso wie für die Lieferung an Läden.
  2. Registrierung bei der LebensmittelüberwachungMelde deinen Betrieb vor dem Start an. Bei fermentierten Getränken schaut die Behörde besonders auf Prozess, Hygiene und Dokumentation, sprich deshalb früh mit ihr.
  3. Gärung und AlkoholgehaltBei der Fermentation entsteht neben Säure auch etwas Alkohol. Wie viel, hängt von Zucker, Temperatur, Zeit und Kultur ab. Ob dein Kombucha als alkoholfrei gelten darf und was du kennzeichnen musst, hängt vom tatsächlichen Gehalt ab. Lass ihn regelmäßig im Labor messen und kläre die Kennzeichnung mit der Lebensmittelüberwachung.
  4. Nachgärung und HaltbarkeitKombucha arbeitet in der Flasche weiter, wenn er nicht gestoppt oder gekühlt wird. Das kann Alkoholgehalt und Druck erhöhen. Lege fest, ob dein Produkt gekühlt bleiben muss, und schreib das klar aufs Etikett und ins Händlerangebot.
  5. Etikett und WerbeaussagenPflicht sind unter anderem Bezeichnung, Zutaten, Füllmenge, MHD, Nährwerte und deine Anschrift. Gesundheitsversprechen wie „gut für den Darm“ sind nur mit zugelassenen Angaben erlaubt, die es für Kombucha in dieser Form in der Regel nicht gibt.
  6. Pfand, Verpackung und SteuernFür viele Einweg-Kunststoffflaschen und Dosen gilt eine Pfandpflicht, dazu kommt das Verpackungsregister. Umsatzsteuer und weitere Fragen klärst du mit dem Steuerberater. Keine Rechts- oder Steuerberatung, im Zweifel fragst du Behörde, IHK oder Steuerberater.
Kein Ersatz für Beratung

Das hier ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung, der IHK oder Handwerkskammer und deinem Steuerberater.

Wo du Kombucha verkaufen kannst

Eigenes Café oder Taproom

Viele Kombucha-Brauer starten mit Ausschank vom Fass. Frisch gezapft schmeckt er am besten, und du lernst, welche Sorten gefallen.

Onlineshop

Gekühlter Versand ist teuer. Online funktioniert am ehesten mit Probierpaketen oder Abos in der Region.

Cafés und Restaurants

Kombucha ist eine beliebte alkoholfreie Alternative auf der Getränkekarte. Cafés bestellen regelmäßig, wenn Lieferung und Kühlung zuverlässig klappen.

Bioläden, Reformhäuser und Concept Stores

Diese Läden haben Kunden, die gezielt nach fermentierten Getränken suchen. Eine Kühltheke ist bei gekühltem Kombucha Voraussetzung.

Getränkehandel

Getränkemärkte bringen Menge, wenn dein Kombucha ungekühlt stabil ist und du Kistenware mit Pfandlösung anbieten kannst.

Welche Läden Kombucha weiterverkaufen

Preis und Handelsspanne

Kombucha braucht Zeit: Tanks sind wochenlang belegt, dazu kommen Laboranalysen, Kühlung und Flaschen. Diese Kosten müssen in deinen Händlerpreis, sonst wächst du in den Verlust. Beispielrechnung, angenommene Werte: Herstellkosten 1,10 Euro für 0,33 Liter, Abgabepreis an ein Café 1,90 Euro netto, Verkaufspreis im Café 4,50 Euro, im Bioladen 3,49 Euro. Die Gastronomie rechnet mit höherem Aufschlag als der Handel. Mit dem Handelsspannen-Rechner siehst du, welcher Preis für beide Kanäle trägt.

Darf man selbstgemachten Kombucha verkaufen?

Ja, aber Kombucha ist kein einfaches Getränk zum Abfüllen. Er lebt. Die Kultur aus Hefen und Bakterien wandelt Zucker in Säure, Kohlensäure und etwas Alkohol um, und sie hört damit nicht automatisch auf, wenn die Flasche zu ist. Für den Verkauf brauchst du deshalb einen Prozess, der jede Charge gleich macht: gleiche Zuckermenge, gleiche Temperatur, gleiche Gärzeit, dokumentiert und regelmäßig im Labor geprüft. Ohne diese Kontrolle kann ein Kombucha im Café-Kühlschrank anders schmecken als beim Abfüllen, oder schlimmer, im Regal ungewollt weitergären. Keine Rechtsberatung: Kläre Herstellung und Kennzeichnung mit deiner Lebensmittelüberwachung.

Was bedeutet der Alkoholgehalt für den Verkauf?

Hier liegt der wichtigste Punkt für Kombucha-Gründer. Ob dein Getränk als alkoholfrei verkauft werden darf, hängt vom gemessenen Alkoholgehalt ab, und der kann zwischen Abfüllung und Verkauf steigen, wenn die Ware warm steht. Drei Dinge helfen:

  • Regelmäßige Labormessung jeder Sorte, auch nach einigen Wochen Lagerung.
  • Klare Lagerhinweise für Händler, etwa „gekühlt lagern“, wenn dein Kombucha nicht stabilisiert ist.
  • Abstimmung mit der Behörde, welche Kennzeichnung bei deinem Gehalt nötig ist.

Händler fragen genau danach, weil Cafés und Läden keine Getränke anbieten wollen, die sie anders deklarieren müssten. Wer dazu ein Laborergebnis vorlegen kann, wirkt sofort professionell.

Kombucha-Pilz verkaufen: geht das auch?

Manche Brauer verkaufen neben dem Getränk auch die Kultur, oft „Kombucha-Pilz“ oder SCOBY genannt, an Hobbybrauer. Auch das ist ein Lebensmittel bzw. eine Zutat, für die Hygiene, Kennzeichnung und deine Registrierung gelten. Als Ergänzung im Onlineshop kann das sinnvoll sein, für Händler ist es meist ein Nischenprodukt. Konzentriere dich im Handel auf das fertige Getränk.

Welche Händler nehmen Kombucha auf?

Cafés sind der wichtigste Kanal, weil Kombucha dort als besondere Alternative zu Limo und Saft gut ankommt. Bioläden und Reformhäuser haben Kunden, die gezielt nach fermentierten Produkten suchen. Concept Stores schätzen kleine Marken mit gutem Design. Für Getränkemärkte brauchst du ungekühlt stabile Ware und Kistengebinde.

Vom Fass in die Flasche: der Schritt in den Handel

Viele Kombucha-Brauer verkaufen anfangs vom Fass im eigenen Café oder auf Märkten. Der Wechsel zur Flasche für den Handel verändert einiges: Du brauchst stabile Rezepturen, eine Abfüllung mit gleichmäßiger Kohlensäure, Etiketten mit allen Pflichtangaben und ein MHD, das auch nach Wochen im Kühlregal hält. Plane dafür einige Testchargen ein, die du über die gesamte Haltbarkeit beobachtest und probierst. Erst wenn die letzte Flasche einer Charge so schmeckt wie die erste, bist du bereit für Händler, die nicht jede Woche bei dir vorbeikommen.

Kühlkette ins Angebot schreiben

Wenn dein Kombucha gekühlt bleiben muss, schreib das gleich ins erste Angebot: Lieferung gekühlt, Lagerung im Kühlschrank, Haltbarkeit ab Lieferung. Ein Händler, der das erst nach der Lieferung erfährt, bestellt nicht nach.

Dass gekühlte Produkte planbar neue Händler finden, zeigt der Fall Jackle & Heidi: Die Eismanufaktur gewann mit LeadB2B 26 Neukunden in 2 Monaten. Der Weg ist das HQL-Framework: passende Händler definieren, mit Kampagnen in deinem Namen gezielt ansprechen, jede Anfrage prüfen und in deiner Kundenplattform bis zur Bestellung begleiten. Mehr dazu im Erfolgsbericht Jackle & Heidi.

FAQ

Häufige Fragen zu Kombucha. Kurz beantwortet.

Darf man Kombucha verkaufen?

Ja, mit Gewerbeanmeldung, Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung, kontrollierter Herstellung und korrektem Etikett. Wichtig ist, dass du den Alkoholgehalt deiner Chargen kennst und die Kennzeichnung mit der Behörde abstimmst.

Wie viel Alkohol darf Kombucha haben, wenn ich ihn verkaufe?

Das hängt davon ab, wie du ihn bezeichnen willst und welche Kennzeichnung bei welchem Gehalt nötig ist. Lass den Alkoholgehalt im Labor messen und kläre die Einordnung mit deiner Lebensmittelüberwachung. Keine Rechtsberatung.

Darf ich einen Kombucha-Pilz verkaufen?

Grundsätzlich ja, auch die Kultur ist ein Lebensmittel bzw. eine Zutat. Hygiene, Kennzeichnung und Registrierung gelten auch hier. Frag im Zweifel bei der Lebensmittelüberwachung nach.

Muss Kombucha gekühlt verkauft werden?

Das hängt von deinem Prozess ab. Nicht stabilisierter Kombucha gärt bei Wärme weiter und sollte gekühlt bleiben. Lege das fest und schreib es klar auf Etikett und Händlerangebot.

Darf ich mit gesundheitlichen Vorteilen von Kombucha werben?

Nur mit zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben, die es für Kombucha in der üblichen Form in der Regel nicht gibt. Beschreib lieber Geschmack, Herstellung und Zutaten.

Wo kann ich meinen Kombucha verkaufen?

Gut passen Cafés, Restaurants, Bioläden, Reformhäuser und Concept Stores. Getränkemärkte kommen dazu, wenn dein Kombucha ungekühlt stabil ist und du Kistenware liefern kannst.

Hol dir die Händler, bevor es dein Wettbewerber tut.

Die Zahl passender Handelspartner in deiner Branche ist begrenzt. Im Potenzialgespräch zeigen wir dir, wie viele davon für dein Produkt erreichbar sind.

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