Onlinehändler kaufen entweder auf Lager und versenden selbst oder lassen per Dropshipping direkt vom Hersteller an Endkunden liefern. Sie entscheiden nach Produktdaten, Bildern, Versandfähigkeit und Marge, oft ohne das Produkt vorher in der Hand gehabt zu haben. Du gewinnst sie mit sauberen Daten, versandsicherer Verpackung und klaren Regeln für Preise und Lieferung.
Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026
So tickt ein Onlinehändler
Vom Ein-Personen-Shop mit Nischensortiment über spezialisierte Feinkost- und Geschenkeshops bis zu Anbietern von Abo- und Geschenkboxen.
Je nach Shop Feinkost, Kaffee, Tee, Gewürze, Geschenksets, Tiernahrung oder Spezialsortimente wie vegane oder zuckerfreie Produkte.
Direkt beim Hersteller, über Großhändler und B2B-Marktplätze. Bestellt wird entweder auf Lager oder als Dropshipping, bei dem der Hersteller einzeln an Endkunden verschickt.
Gründerin oder Gründer, bei größeren Shops eine Person für Sortiment und Einkauf. Entscheidungen beruhen stark auf Daten, Bildern und Kalkulation.
Was Onlinehändler bei neuen Marken suchen
- Vollständige Produktdaten mit Zutaten, Nährwerten, Allergenen und GTIN
- Gute Produktbilder in hoher Auflösung, freigestellt und im Einsatz
- Versandsichere Verpackung ohne Bruch- oder Auslaufrisiko
- Klare Regeln zu Preisempfehlung und Rabattaktionen
- Eine Option für Dropshipping oder kleine Lagermengen
So gewinnst du Onlinehändler als Händler
- Ein Datenpaket bereitstellenStell alle Produktdaten, Texte und Bilder gesammelt zur Verfügung, am besten als Tabelle und Bilderordner. Ein Onlinehändler, der sofort einpflegen kann, listet schneller.
- Lager oder Dropshipping klar anbietenSag offen, ob du Dropshipping kannst, zu welchen Kosten und mit welcher Versandzeit. Wenn nicht, biete kleine Lagermengen mit kurzer Lieferzeit an. Unklare Antworten kosten Vertrauen.
- Preisregeln transparent machenNenne eine unverbindliche Preisempfehlung und sag, wie du selbst mit Rabattaktionen umgehst. Preisvorgaben an Händler sind kartellrechtlich heikel, das hier ist keine Rechtsberatung, im Zweifel frag einen Anwalt.
- Den Versand testenSchick vor der Listung ein Testpaket an den Händler. So sieht er, wie dein Produkt ankommt, und du merkst, ob die Verpackung hält.
Typische Fehler von Herstellern
- Nur ein Handyfoto und eine PDF-Preisliste schicken
- Dropshipping zusagen, ohne Kosten für Einzelversand, Verpackung und Retouren durchzurechnen
- Im eigenen Shop dauerhaft günstiger verkaufen als die Händler und sie damit ausbremsen
Lager oder Dropshipping: was ist der Unterschied?
Beim Lagermodell kauft der Onlinehändler deine Ware ein, legt sie in sein Lager und verschickt selbst. Das ist für dich wie ein normaler Händler: eine Bestellung, eine Lieferung, eine Rechnung. Beim Dropshipping bestellt der Kunde im Shop, der Händler gibt die Bestellung an dich weiter, und du verschickst direkt an den Endkunden. Der Händler trägt kein Lagerrisiko, du trägst den Aufwand für jeden Einzelversand.
| Kriterium | Lagermodell | Dropshipping |
|---|---|---|
| Lagerrisiko | Beim Händler | Bei dir |
| Versandaufwand | Ein Paket an den Händler | Viele Einzelpakete an Endkunden |
| Retouren | Händler regelt sie mit dem Kunden | Oft bei dir, je nach Vereinbarung |
| Einstiegshürde für den Händler | Höher, weil er einkaufen muss | Niedriger, weil kein Vorrat nötig ist |
Viele kleine Shops starten gern mit Dropshipping. Rechne vorher genau, ob sich das für dich lohnt. Einzelversand, Verpackung und Retouren können die Marge schnell auffressen.
Was prüfen Onlinehändler bei neuen Marken?
Ein Onlinehändler sieht dein Produkt oft nur als Datensatz. Er prüft Bilder, Texte und Daten und rechnet die Marge nach Versandkosten. Fehlt etwas, muss er nacharbeiten, und das kostet Zeit, die kleine Shops nicht haben.
- Bilder: freigestellt, in hoher Auflösung, dazu Bilder im Einsatz
- Daten: Zutaten, Nährwerte, Allergene, GTIN, Gewicht, Maße
- Texte: Produktbeschreibung, Herkunft, Verwendung
- Versand: Bruchsicherheit, Temperaturempfindlichkeit, MHD-Restlaufzeit
- Kalkulation: Händlerpreis, Preisempfehlung, Versandkosten
Welche Mengen sind realistisch?
Beim Lagermodell starten kleine Shops oft mit wenigen Verpackungseinheiten pro Sorte und bestellen nach, wenn die Ware läuft. Beispielrechnung, angenommene Werte: Ein Feinkostshop verkauft im Monat 20 Packungen deines Kaffees und bestellt alle sechs Wochen 30 Packungen. Im Dezember verdoppelt sich die Menge. Über ein Jahr kommen so rund 260 Packungen zusammen, ohne dass du einen einzigen Endkunden selbst beliefern musst.
Wenn deine Produkte online deutlich günstiger zu haben sind als im Laden, verlieren stationäre Händler das Interesse. Lege eine Preisempfehlung fest, die für alle Kanäle gilt, und halte dich im eigenen Shop selbst daran.
Wie findest du passende Onlinehändler?
Onlinehändler sind sichtbarer als Ladengeschäfte, aber viele Shops passen nicht zu deinem Produkt oder sind zu klein für eine sinnvolle Zusammenarbeit. Prüfe Sortiment, Zielgruppe und Auftritt, bevor du anfragst. LeadB2B spricht Shops über Kampagnen im Look deiner Marke an und prüft jede Anfrage auf Sortiment und Startzeitpunkt. Was B2B-Marktplätze als Alternative leisten, steht im Ratgeber B2B-Marktplätze für Hersteller.