Craft-Limonade verkauft sich am besten über Cafés, Restaurants und Kioske, die ihren Gästen etwas anderes als die großen Colamarken anbieten wollen. Händler entscheiden über Etikett, Geschmack und Zuckergehalt, scheitern aber oft an bestehenden Getränkelieferverträgen; wer diese Frage früh klärt, kommt schneller zur Erstbestellung.
Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026
Welche Produkte gemeint sind
- Rhabarber-Limonade in der 0,33-l-Glasflasche
- Zitronen-Ingwer-Limonade
- Holunderblüten-Limonade
- Mate-Limonade mit Koffein
- Zuckerreduzierte Limonade mit Fruchtsaftanteil
- Bitter Lemon und Tonic für die Bar
- Mischkasten mit vier Sorten
Was Händler bei Limonade prüfen
- Zuckergehalt und Süßungsart, weil Gäste danach fragen und die Angabe auf der Karte hilft.
- Optik im Kühlschrank: Fällt das Etikett zwischen anderen Flaschen auf, und ist die Sorte von vorne lesbar?
- Flaschengröße 0,33 l für den Tisch und ein Einkaufspreis, der einen üblichen Kartenpreis zulässt.
- Koffeingehalt bei Mate- und Cola-Sorten, weil ab einer bestimmten Menge ein Hinweis auf dem Etikett Pflicht ist.
- Bezugsbindung: Darf der Gastronom frei zukaufen, oder hat er eine Vereinbarung mit einem festen Getränkelieferanten?
Womit du Händler überzeugst
Mehr Marge auf der Karte
Eine besondere Limonade lässt sich auf der Karte zu einem höheren Preis anbieten als die Standardcola. Für Gastronomen ist das ein direkter Grund, dich ins Sortiment zu nehmen.
Gesprächsstoff am Tisch
Ungewöhnliche Sorten wie Rhabarber oder Holunder werden von Gästen fotografiert und weiterempfohlen. Das Café wirkt dadurch eigenständiger.
Erwachsene Alternative zum Alkohol
Fahrer, Schwangere und Gäste, die tagsüber nichts trinken wollen, suchen mehr als Wasser. Eine herbe Limo oder ein Tonic schließt diese Lücke auf der Karte.
Lokale Marke für lokale Läden
Concept Stores und Kioske im Viertel wollen Produkte, die zu ihrem Publikum passen. Eine Limonade aus der eigenen Stadt ist dafür ideal.
Typische Hürden und wie du sie löst
Bestehende Getränkelieferverträge
Viele Restaurants beziehen ihre Getränke über einen festen Lieferanten, manche mit Bezugsbindung. Frag gezielt danach und biete an, über den bestehenden Getränkehändler mitgeliefert zu werden, wenn der Gastronom nicht frei zukaufen darf.
Austauschbar im Getränkemarkt
Im Getränkemarkt steht deine Limo neben vielen anderen Craft-Marken. Ohne Verkostung oder Aufsteller geht sie unter. Starte deshalb dort, wo du sichtbar bist, und nimm Getränkemärkte dazu, wenn du Abverkäufe aus der Gastronomie zeigen kannst.
Kurze Saison im Außenbereich
Terrassen und Biergärten verkaufen im Sommer viel, im Winter wenig. Händler, die nur im Sommer bestellen, solltest du im Januar wieder aktiv ansprechen, statt auf ihre Nachbestellung zu warten.
Saison und Timing
Limonade hat eine klare Sommerspitze, vor allem in Cafés mit Außenbereich, in Biergärten und an Kiosken nahe Parks und Badeseen. Gastronomen stellen ihre Getränkekarte oft im Frühjahr um, deshalb ist die Zeit von Januar bis März ideal für Erstgespräche. Im Winter halten herbe Sorten, Tonic für die Bar und Mate-Limonaden für Studierende und Büros den Absatz stabiler.
Wo verkauft sich Craft-Limonade am besten?
Die beste Bühne für eine neue Limonade ist dort, wo Gäste bewusst wählen und Zeit haben, ein Etikett zu lesen. Das sind vor allem Cafés und Restaurants. Kioske bringen Menge über den Impulskauf, Concept Stores zahlen für Design und Geschichte, und Getränkemärkte eignen sich, sobald Kunden deine Marke schon kennen.
| Händlertyp | Was zählt | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Café | Optik, Sortenvielfalt, Preis auf der Karte | Mischkasten zum Start anbieten |
| Restaurant | Passt die Limo zum Essen, Bezugsbindung | Vorher nach dem Getränkelieferanten fragen |
| Kiosk | Impulskauf, Kühlung, Preis | Kühlschrankaufkleber oder Thekenschild mitliefern |
| Concept Store | Design, Geschichte, Exklusivität | Gebietsschutz nur zeitlich begrenzt zusagen |
| Getränkemarkt | Abverkauf, Pfand, Kasten | Mit Abverkäufen aus der Gastronomie anfragen |
Was fragen Gastronomen, bevor sie eine neue Limo listen?
Fast immer dieselben drei Dinge: Was kostet die Flasche im Einkauf, wie schnell kommt Nachschub, und wer nimmt das Leergut zurück? Wenn du diese Fragen schon in der ersten Nachricht beantwortest, sparst du dir mehrere Runden. Hilfreich ist ein kurzes Konditionenblatt mit Händlerpreis, empfohlenem Kartenpreis und Lieferzeit. Wie du den Händlerpreis so setzt, dass für beide Seiten genug bleibt, steht im Ratgeber Händlerpreis kalkulieren.
Schick Restaurants einen Vorschlag mit, zu welchem Gericht deine Limonade passt, etwa die herbe Rhabarber-Sorte zum Flammkuchen. Gastronomen übernehmen solche Ideen gern, und die Limo bekommt einen festen Platz auf der Karte statt nur im Kühlschrank.
Lohnt sich der Kiosk für eine Craft-Limonade?
Ja, wenn der Standort passt. Ein Kiosk in einem Studentenviertel oder an einem Park verkauft im Sommer viel, wenn die Flasche gekühlt vorne steht. Wichtig ist ein einfacher Bestellweg, denn Kioskbetreiber haben keine Zeit für lange Abstimmungen. Mehr dazu unter Limonade im Kiosk.
Beispielrechnung, angenommene Werte: Ein Kiosk verkauft an warmen Tagen 15 Flaschen deiner Limo, an kühlen Tagen fünf. Bei durchschnittlich zehn Flaschen pro Tag über 120 Sommertage sind das 1.200 Flaschen aus einem einzigen Standort.
Wie findest du Cafés und Restaurants, die wirklich wechseln wollen?
Adresslisten helfen wenig, weil sie nicht zeigen, ob ein Café überhaupt frei einkaufen darf oder gerade seine Karte umstellt. LeadB2B fragt genau das ab, bevor eine Anfrage bei dir ankommt. So sprichst du nur mit Gastronomen, die eine neue Limonade suchen und sie auch bestellen dürfen.