Tankstellenshops als Händler gewinnen. Pächter, Zentrale, Impulskauf.

An der Tankstelle kauft man nicht ein, man nimmt mit. Ein Getränk für die Fahrt, ein Snack für die Pause, ein schnelles Mitbringsel am Sonntag. Für Hersteller von Getränken und Snacks ist das ein interessanter Ort, aber einer mit klaren Regeln: Wer an der Tankstelle verkaufen will, muss zuerst verstehen, wer dort überhaupt entscheiden darf.

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Kurz gesagt

Tankstellenshops werden häufig von Pächtern geführt, die an ein Zentralsortiment der Mineralölgesellschaft und deren Vertragsgroßhändler gebunden sind. Spielraum für eigene Produkte gibt es vor allem bei freien Tankstellen und bei regionalen Artikeln, soweit der Vertrag des Pächters das erlaubt. Du gewinnst sie mit Impulsprodukten, die gekühlt oder an der Kasse funktionieren.

Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026

So tickt ein Tankstellenshop

Größe

Kleine Verkaufsflächen mit Kühlregalen, Kassenzone, Backshop und oft einer Kaffeebar. Lange Öffnungszeiten, teils rund um die Uhr.

Sortiment

Getränke, Snacks, Süßwaren, Tabak, Zeitschriften, Backwaren, Kaffee zum Mitnehmen, Autozubehör und ein kleines Grundsortiment für Notkäufe.

Einkauf

Bei Markentankstellen weitgehend über das Zentralsortiment und Vertragsgroßhändler der Gesellschaft. Freie Tankstellen kaufen über Großhändler und direkt beim Hersteller. Regionale Produkte sind je nach Vertrag in begrenztem Umfang möglich.

Wer entscheidet

Bei Markentankstellen der Zentraleinkauf der Gesellschaft für das Kernsortiment und der Pächter für den erlaubten Spielraum. Bei freien Tankstellen der Inhaber.

Was Tankstellenshops bei neuen Marken suchen

  • Impulsprodukte, die ohne Erklärung gekauft werden
  • Getränke und Snacks in Einzelportionen für unterwegs
  • Eine GTIN für das Kassensystem
  • Lieferung über den gewohnten Großhändler oder eine unkomplizierte Direktlieferung
  • Ein Produkt, das sich vom Standardangebot abhebt und trotzdem vertraut wirkt

So gewinnst du Tankstellenshops als Händler

  1. Erst die Struktur klärenFrag den Pächter, wie viel eigenes Sortiment er führen darf und über wen er bestellt. Bei einer Markentankstelle entscheidet die Antwort darüber, ob du mit ihm oder mit der Zentrale sprechen musst.
  2. Bei freien Tankstellen startenFreie Tankstellen haben mehr Spielraum und entscheiden schneller. Sie sind ein guter Testmarkt, bevor du über Großhändler oder Zentralen nachdenkst.
  3. Regionalität als Türöffner nutzenAuch gebundene Pächter dürfen teils regionale Produkte aufnehmen. Ein Getränk oder Snack aus dem Ort ist für Pendler und Durchreisende ein Kaufgrund und für den Pächter ein Profilthema.
  4. Kühlschrank und Kasse ausnutzenIm Tankstellenshop zählen zwei Orte: das Kühlregal und die Kassenzone. Biete ein Thekendisplay oder eine Kühlschrankplatzierung an, nicht einen Platz im Regal hinten links.

Typische Fehler von Herstellern

  • Dem Pächter einer Markentankstelle ein ganzes Sortiment anbieten, das er laut Vertrag gar nicht führen darf
  • Große Gebinde anbieten, obwohl an der Tankstelle Einzelportionen für unterwegs gekauft werden
  • Ohne GTIN liefern, sodass der Artikel nicht im Kassensystem angelegt werden kann

Wer entscheidet im Tankstellenshop?

Viele Tankstellen tragen das Logo einer Mineralölgesellschaft, werden aber von selbstständigen Pächtern betrieben. Der Pächter führt den Shop auf eigene Rechnung, ist aber an Verträge gebunden. Darin ist oft geregelt, welche Produkte er über welchen Großhändler bezieht. Das Kernsortiment, also Getränke großer Marken, Süßwaren und Tabak, wird zentral festgelegt.

Daneben gibt es freie Tankstellen ohne Bindung an eine große Gesellschaft. Ihre Inhaber kaufen ein, wo sie wollen, und entscheiden selbst. Für kleine Hersteller sind sie oft der realistischere Einstieg.

TypWer entscheidetDein Weg
Markentankstelle mit PächterZentrale für das Kernsortiment, Pächter für den SpielraumPächter nach Spielraum fragen, regional argumentieren
Freie TankstelleInhaberDirekt anbieten, Kühlplatz verhandeln
Autohof oder RaststätteBetreibergesellschaftEher über Großhandel oder zentrale Listung

Welche Produkte funktionieren an der Tankstelle?

Tankstelle heißt Impuls. Gekauft wird, was sofort sichtbar ist und sofort gegessen oder getrunken werden kann. Gekühlte Getränke in Einzelflaschen, Fleischsnacks, Riegel und kleine Gebäckpackungen passen. Ein Glas Feinkostsauce eher nicht, außer als Notmitbringsel am Sonntag.

  • Einzelportionen, die in eine Hand und in den Getränkehalter passen
  • Auffällige Verpackung, die im Kühlschrank zwischen großen Marken auffällt
  • Ein Preis, der in der Kassenzone nicht abschreckt
  • Eine Haltbarkeit, die zu den Lieferintervallen passt

Welche Mengen sind realistisch?

Ein einzelner Tankstellenshop bestellt klein, oft eine bis wenige Verpackungseinheiten pro Sorte, aber durch lange Öffnungszeiten dreht die Ware schnell. Beispielrechnung, angenommene Werte: Ein Shop verkauft 5 Flaschen deines Getränks pro Tag. Das sind 150 Flaschen im Monat oder gut sechs Kisten zu 24 Flaschen. Mit zehn freien Tankstellen in deiner Region kommst du auf ein Volumen, das eine regelmäßige Tour rechtfertigt.

Praxistipp: Den Spielraum zuerst klären

Bevor du mit einem Pächter über Mengen sprichst, frag nach, ob er dein Produkt laut Vertrag führen darf und über wen er es bestellen müsste. Das spart euch beiden ein Gespräch, das am Ende an der Zentrale scheitert.

Wie findest du die richtigen Tankstellen?

Adresslisten von Tankstellen sind leicht zu bekommen, aber sie sagen nichts über Pächterstruktur und Spielraum. Sinnvoller ist es, gezielt Inhaber freier Tankstellen und Pächter mit regionalem Profil anzusprechen und erst bei echtem Interesse ins Gespräch zu gehen. Bei LeadB2B wird jede Anfrage auf Ladentyp und Sortiment geprüft, bevor sie bei dir landet. Den Vergleich zwischen Listen und geprüften Anfragen findest du unter Adresslisten oder qualifizierte Anfragen.

FAQ

Fragen zu Tankstellenshops. Kurz beantwortet.

Darf ein Tankstellenpächter eigene Produkte aufnehmen?

Das hängt vom Pachtvertrag ab. Viele Pächter haben einen begrenzten Spielraum für regionale oder eigene Produkte, das Kernsortiment wird zentral festgelegt. Frag den Pächter direkt, was sein Vertrag erlaubt.

Sind freie Tankstellen leichter zu gewinnen?

Ja, meist deutlich leichter, weil der Inhaber selbst entscheidet und nicht an ein Zentralsortiment gebunden ist. Für kleine Hersteller sind sie ein guter Startpunkt.

Welche Produkte verkaufen sich an der Tankstelle?

Vor allem Impulsprodukte für unterwegs: gekühlte Getränke in Einzelflaschen, Fleischsnacks, Riegel, Chips und kleine Gebäckpackungen. Produkte, die Zubereitung oder Beratung brauchen, laufen selten.

Brauche ich eine GTIN für Tankstellenshops?

Ja, ohne GTIN kann der Artikel in der Regel nicht im Kassensystem angelegt werden. Das gilt für jede Verkaufseinheit, oft auch für den Umkarton.

Lohnt sich eine zentrale Listung bei einer Mineralölgesellschaft?

Für kleine Hersteller ist eine zentrale Listung meist ein großer Schritt mit hohen Anforderungen an Menge, Logistik und Konditionen. Sinnvoller ist es oft, zuerst regional zu wachsen und Abverkaufsdaten zu sammeln.

Hol dir die Händler, bevor es dein Wettbewerber tut.

Die Zahl passender Handelspartner in deiner Branche ist begrenzt. Im Potenzialgespräch zeigen wir dir, wie viele davon für dein Produkt erreichbar sind.

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