Bei Edeka wirst du Lieferant über den einzelnen Markt, über eine der sieben Regionalgesellschaften oder über die Plattform StartHub. Bei Rewe führt der Weg für kleine lokale Lieferanten über Kaufleute und sogenannte Lokalitätsbeauftragte. Für Netto und dm haben wir keinen öffentlich beschriebenen Bewerbungsweg gefunden, dort bleibt die direkte Anfrage beim Einkauf.
Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026
Lieferant bei Edeka, Rewe, Netto und dm: die Wege im Überblick
Der wichtigste Unterschied liegt in der Frage, wer entscheidet. Bei Edeka und Rewe gibt es selbstständige Kaufleute, die einen Teil ihres Sortiments selbst bestimmen. Netto, dm und Lidl arbeiten mit Filialen, dort führt der Weg in der Regel über den Einkauf. Diese Tabelle zeigt, was die Unternehmen selbst öffentlich dazu sagen.
| Händler | Wer entscheidet | Offizieller Einstieg |
|---|---|---|
| Edeka | Der einzelne Kaufmann, für größere Mengen die Regionalgesellschaft | Markt direkt ansprechen, regionaler Einkauf, StartHub |
| Rewe | Kaufleute, Marktmanager und Lokalitätsbeauftragte, bei großen Lieferanten der zentrale Einkauf | Lokal-Partnerschaft für kleine Lieferanten, Lieferantenportal nur auf Einladung |
| Netto | Einkauf des Unternehmens | Kein öffentlich beschriebener Bewerbungsweg gefunden |
| dm | Einkauf des Unternehmens | Kein öffentlich beschriebener Bewerbungsweg gefunden |
| Lidl | Einkauf des Unternehmens | Kontaktformular für Lieferanten auf der Unternehmensseite |
Stand der Angaben ist Oktober 2026. Abläufe und Gebühren können sich ändern. Prüfe sie deshalb direkt beim Unternehmen, bevor du planst.
Lieferant werden bei Edeka: Markt, Region oder StartHub
Edeka schreibt selbst, dass es im Verbund nicht den einen zentralen Einkauf gibt, der das Sortiment aller Märkte bestimmt. Die selbstständigen Kaufleute stellen ihr Sortiment selbst zusammen und entscheiden auch über Platzierung und Preis. Daraus ergeben sich drei Türen.
Tür 1: der einzelne Markt
Du sprichst den Kaufmann oder Marktleiter an, den du beliefern willst. Das ist für regionale Hersteller meist der kürzeste Weg. Wie du dich auf dieses Gespräch vorbereitest, steht im Ratgeber Listung bei selbstständigen Kaufleuten.
Tür 2: die regionale Großhandlung
Edeka nennt sieben Regionalgesellschaften als Ansprechpartner, wenn du deine Produkte in der gesamten Region und in größeren Mengen verkaufen willst. Die Edeka Minden-Hannover beschreibt den Ablauf konkret: Nach einem ersten Gespräch mit dem regionalen Einkauf und der Dokumentation deiner Erzeugnisse werden diese nach den Qualitätsrichtlinien für Direktlieferanten geprüft. Verläuft die Prüfung erfolgreich, kannst du die Märkte in deinem Absatzgebiet beliefern. Andere Regionen können das anders handhaben. Frag deshalb bei deiner Region nach, welche Unterlagen sie sehen will.
Tür 3: EDEKA StartHub
StartHub ist eine Plattform der Edeka-Zentrale für Produktneuheiten. Du stellst dein Produkt ein, die Stammdaten werden zentral angelegt, und Kaufleute können es mit wenigen Klicks in ihre Märkte bestellen. Laut StartHub fallen einmalig 299 Euro und eine Service-Gebühr von 3 Prozent auf deinen Nettoumsatz an. Bezahlt wird erst, wenn dein Produkt bestellbar ist.
Drei Punkte aus den Nutzungsbedingungen solltest du kennen. Einen Anspruch auf Registrierung gibt es nicht. Die Kaufleute entscheiden allein, was sie in welcher Menge beziehen. Und der Kaufvertrag kommt zwischen dir und dem Kaufmann zustande, nicht mit der Plattform. Eine Präsenz bei StartHub ist also noch keine Listung. Du musst Kaufleute weiterhin überzeugen, vor allem mit Abverkauf vor Ort.
Lieferant werden bei Rewe: Kaufleute und Lokalitätsbeauftragte
Rewe hat mit der Lokal-Partnerschaft eine eigene Erklärung für kleinere lokale Lieferanten, Landwirte und Erzeugergemeinschaften aus dem Umfeld der Märkte veröffentlicht. Das Ziel laut Rewe: Kleine Betriebe sollen ihre Produkte direkt über die Märkte verkaufen können, auch in kleinen Mengen und ohne lange Reihen von Zwischenhändlern.
- Ansprechpartner: selbstständige Kaufleute, Marktmanager und die Lokalitätsbeauftragten der Regionalniederlassungen.
- Vereinbarung: Unter Berücksichtigung des Listungsprozesses können individuelle Vereinbarungen zwischen diesen Personen und dem Erzeuger getroffen werden.
- Listung: Rewe nennt einen vereinfachten Prozess zur Listung von Produkten lokaler Lieferanten.
- Grenze: Die Erklärung gilt nicht für große Betriebe, deren Einkauf Rewe zentral für eine Region oder bundesweit steuert.
Für größere Lieferanten gibt es das Rewe Supplier Portal. Laut den Fragen und Antworten des Portals erfolgt die Registrierung nur auf Einladung des Einkaufs. Du kannst dich dort also nicht einfach anmelden, sondern brauchst zuerst Kontakt zu einem Einkäufer.
Geh in einen Rewe-Markt in deiner Nähe, frag nach dem Kaufmann oder Marktmanager und erkundige dich, wer für lokale Lieferanten zuständig ist. Der Weg über die Region beginnt oft dort, wo du schon Abverkauf zeigen kannst.
Lieferant werden bei Netto: was öffentlich bekannt ist
Netto Marken-Discount gehört zur Edeka-Gruppe, führt aber eigene Filialen. Die Tür über den selbstständigen Kaufmann gibt es hier also nicht. Auf seiner Website nennt Netto regionale Partner wie Bäckereien, Brauereien und Mineralbrunnen. Einen öffentlich beschriebenen Bewerbungsweg für neue Lieferanten haben wir nicht gefunden.
Realistisch ist deshalb eine direkte Anfrage beim Einkauf. Ein Discounter braucht in der Regel große, verlässliche Mengen und viele Filialen auf einmal. Für eine kleine Manufaktur ist das selten der erste Schritt.
Wie kann ich mein Produkt bei dm verkaufen?
Auch für dm haben wir keine öffentliche Lieferantenseite und kein Bewerbungsformular gefunden. Die verlässlichste öffentliche Aussage stammt aus einem Fachinterview von 2018. Der damals für Marketing und Beschaffung zuständige Geschäftsführer sagte, dm wolle Start-ups genauso behandeln wie etablierte Marken. Bei Lebensmitteln konzentriere sich dm auf Bio. Ob ein neuer Artikel bleibt, zeige sich an Nachfrage und Rückmeldung der Kundschaft in den ersten sechs Monaten.
Das ist eine ältere Aussage und kein offizieller Ablauf. Sie zeigt aber, worauf du dich einstellen solltest: Bio-Zertifizierung bei Lebensmitteln, belegbare Nachfrage und ein Plan für die ersten sechs Monate im Regal. Der Einstieg selbst bleibt eine direkte Anfrage beim Einkauf.
Wie kann ich mein Produkt bei Lidl verkaufen?
Lidl führt auf seiner Unternehmensseite unter Kontakt einen Bereich für Lieferanten mit einem Kontaktformular. Weitere Schritte oder Voraussetzungen nennt die Seite nicht. Rechne damit, dass ein Discounter nach Preis, Menge und Lieferfähigkeit fragt. Bereite diese Angaben vor, bevor du das Formular ausfüllst.
Was du vor der ersten Anfrage vorbereitet haben solltest
Ganz gleich, welche Tür du nimmst: Der Einkauf fragt ähnliche Dinge. Wer sie sofort beantworten kann, wirkt wie ein Lieferant und nicht wie ein Bittsteller.
- Produktdaten: GTIN, Maße, Gewicht, Verpackungseinheit, Mindesthaltbarkeit, Zutaten und Allergene.
- Preise: Einkaufspreis für den Händler, empfohlener Regalpreis und die Spanne, die daraus entsteht. Der Handelsspannen-Rechner hilft dir dabei.
- Qualität: Unterlagen zu deiner Lebensmittelsicherheit. Frag früh nach, welche Nachweise der Händler verlangt.
- Menge: Was kannst du pro Woche zuverlässig liefern, auch wenn eine Aktion läuft?
- Belieferung: Direkt an den Markt oder ins Lager, Liefertage, Lieferscheine, Rechnung.
- Beleg: Wo steht dein Produkt schon, und wie verkauft es sich dort?
Welche Kosten dazukommen, von der GTIN bis zum Werbekostenzuschuss, steht im Ratgeber Was kostet es, ein Produkt im Supermarkt zu verkaufen?.
In welcher Reihenfolge gehst du am besten vor?
- Abverkauf im Fachhandel belegenHofläden, Feinkostläden und regionale Händler liefern dir die ersten Zahlen. Mit ihnen gehst du anders in ein Gespräch als mit einer reinen Idee.
- Ersten Markt gewinnenSprich einen Kaufmann in deiner Nähe an, der schon regionale Produkte führt. Biete einen überschaubaren Test an.
- Weitere Märkte in der RegionMit Zahlen aus dem ersten Markt sprichst du die nächsten an. Bündle die Belieferung zu festen Touren.
- Region oder PlattformWenn mehrere Märkte laufen, wird der regionale Einkauf oder StartHub interessant.
- Filialisten und Discounter prüfenDieser Schritt lohnt sich erst, wenn Menge, Preis und Logistik wirklich passen.
Typische Fehler auf dem Weg zur Listung
- Eine Zentrale suchen, die es nicht gibt: Bei Edeka gibt es nicht die eine Stelle für alle Märkte.
- Portal mit Listung verwechseln: Ein Eintrag auf einer Plattform ersetzt keine Überzeugungsarbeit.
- Zu früh zum Einkauf: Ohne Abverkaufszahlen fehlt dir das wichtigste Argument.
- Kapazität überschätzen: Eine Aktion kann deine Produktion schnell überfordern.
- Fachhandel vergessen: Viele Läden akzeptieren dein Produkt schneller, und die Spanne ist oft leichter zu halten.
Wann der Fachhandel der bessere erste Schritt ist
Eine Listung im Supermarkt klingt nach dem großen Ziel. Für viele Hersteller ist der Weg über Hofläden, Feinkostläden und inhabergeführte Lebensmittelhändler aber der schnellere und oft der profitablere. Dort entscheidet der Inhaber, du brauchst keine Prüfung durch einen regionalen Einkauf, und du kannst mit kleinen Mengen starten.
Ein Händlergewinnungs-System wie das von LeadB2B setzt genau dort an: Passende Läden melden sich selbst und werden vorab geprüft. Das ersetzt keine Listung bei Edeka. Es liefert dir aber die Händler und Nachbestellungen, mit denen du später im Gespräch mit einem Kaufmann belegen kannst, dass dein Produkt läuft.
