Metzgereien nehmen Produkte auf, die zum Fleisch passen: Grillsaucen, Gewürzmischungen, Senf, Öle, Beilagen und Getränke für die Grillsaison. Entschieden wird vom Metzgermeister oder der Inhaberfamilie, eingekauft direkt beim Hersteller oder über den Fleischereibedarfshandel. Grillsaison und Partyservice sind die stärksten Verkaufsanlässe.
Von Tim Vogel, Gründer LeadB2B · Aktualisiert am 01.11.2026
So tickt ein Metzgerei
Meist inhabergeführte Fachgeschäfte, vom Einzelbetrieb bis zum regionalen Filialisten, oft mit Imbiss, Mittagstisch und Partyservice.
Frischfleisch, Wurst, Aufschnitt, Fertiggerichte und Feinkostsalate aus eigener Herstellung, ergänzt um Saucen, Gewürze, Senf, Öle, Beilagen, Brot und Getränke.
Gewürze und Hilfsstoffe oft über den Fleischereibedarfshandel, Ergänzungsprodukte direkt beim Hersteller oder über Großhändler. Für die Grillsaison wird früh geplant.
Der Metzgermeister oder die Inhaberfamilie. Bei Filialbetrieben die Geschäftsführung mit Blick auf alle Standorte.
Was Metzgereien bei neuen Marken suchen
- Produkte, die zu den eigenen Fleisch- und Wurstwaren passen
- Saisonale Ergänzungen für Grillzeit, Fondue und Raclette
- Regionale Herkunft passend zum Handwerk
- Produkte, die nicht mit der eigenen Herstellung konkurrieren
- Ware, die ohne Kühlung neben der Theke stehen kann
So gewinnst du Metzgereien als Händler
- Am Fleisch entlang denkenZeig, zu welchem Produkt aus der Theke deine Sauce oder dein Gewürz passt: zum Nackensteak, zur Bratwurst, zum Roastbeef. Je konkreter die Kombination, desto leichter verkauft das Personal mit.
- Vor der Grillsaison da seinMetzgereien planen die Grillsaison im späten Winter und frühen Frühjahr. Wer im Juni anfragt, kommt oft zu spät für den besten Platz.
- Im Partyservice einsetzenViele Metzgereien bieten Buffets und Catering an. Wenn deine Sauce oder dein Dip dort eingesetzt wird, lernen Gäste dein Produkt kennen und fragen danach im Laden.
- An der Theke probieren lassenEin kleines Schälchen Sauce neben der Grillwurst überzeugt mehr als jedes Plakat. Biete Probiergrößen an und frag, an welchen Tagen viel los ist.
Typische Fehler von Herstellern
- Fleischsnacks oder Wurst anbieten, die direkt mit der eigenen Herstellung der Metzgerei konkurrieren
- Die Grillsaison verpassen und dann mit Wintermengen kalkulieren
- Nur den Preis nennen, ohne Verwendungsideen, die das Thekenpersonal weitergeben kann
Was kaufen Metzgereien von anderen Herstellern?
Eine Metzgerei stellt vieles selbst her: Wurst, Aufschnitt, Salate, oft auch Fertiggerichte. Was sie nicht macht, kauft sie zu, um der Kundschaft eine komplette Mahlzeit anzubieten. Grillsaucen, Senf, Gewürzmischungen, gute Öle, Nudeln oder Brot gehören dazu. Je mehr die Kundschaft an einer Stelle bekommt, desto seltener muss sie danach noch in den Supermarkt.
Wichtig ist die Abgrenzung. Fleischsnacks oder Wurstkonserven eines anderen Herstellers sind in der Metzgerei schwierig, weil sie mit dem eigenen Handwerk konkurrieren. Gewürze und Saucen dagegen machen das eigene Fleisch besser.
Wie läuft das Jahr in der Metzgerei?
| Zeitraum | Anlass | Passende Produkte |
|---|---|---|
| Frühjahr bis Spätsommer | Grillsaison | Grillsaucen, Marinaden, Gewürze, Getränke |
| Herbst | Schlachtfest, Wildzeit | Senf, Chutneys, Beilagen |
| Dezember | Fondue, Raclette, Festtagsbraten | Dips, Saucen, Öle, Gewürze |
| Ganzjährig | Mittagstisch, Partyservice | Gastronomiegebinde von Saucen und Dips |
Welche Mengen sind realistisch?
Unter dem Jahr reichen kleine Mengen, ein Karton pro Sorte. In der Grillsaison steigt der Absatz deutlich, vor allem an warmen Wochenenden. Beispielrechnung, angenommene Werte: Eine Metzgerei verkauft in ruhigen Wochen 5 Flaschen deiner Grillsauce, im Sommer 20 pro Woche. Bei zwölf Sommerwochen und vierzig ruhigeren Wochen kommst du auf rund 440 Flaschen im Jahr. Wer im Frühjahr nicht genug Ware bereitstellt, verschenkt einen großen Teil davon.
In der Metzgerei verkauft das Personal an der Theke. Gib ihm einen Satz an die Hand, etwa „Die Sauce passt perfekt zum Nacken“, und lass es selbst probieren. Eine Empfehlung von der Theke wirkt stärker als jedes Regalschild.
Wie sprichst du Metzgereien an?
Metzgermeister haben wenig Zeit. Der Tag beginnt früh in der Produktion und endet spät im Laden, ein Anruf zur Mittagszeit kommt selten gut an. Besser wirkt eine kurze, konkrete Anfrage mit Muster: ein, zwei Flaschen Sauce, ein Vorschlag zur Kombination mit dem Fleischsortiment, eine klare Preisliste. Wenn die Metzgerei von sich aus anfragt, weil sie dein Produkt in einer Kampagne gesehen hat, ist das Gespräch noch einfacher. LeadB2B setzt genau darauf: Anfragen werden auf Ladentyp und Sortiment geprüft, bevor sie bei dir landen.
Für Verkostungen an der Theke hilft der Ratgeber Verkostung im Handel, für Preise und Rabatte der Ratgeber Händlerkonditionen.