Der Mindestbestellwert ist der Netto-Warenwert, den eine Bestellung mindestens erreichen muss, damit du sie annimmst oder zu bestimmten Konditionen lieferst. Er sorgt dafür, dass sich Kommissionierung, Verpackung und Versand pro Auftrag rechnen.
Jeder Auftrag kostet dich Zeit und Geld, unabhängig von seiner Größe: Rechnung schreiben, Ware zusammenstellen, Karton packen, Paket versenden. Bei einer Bestellung über 60 Euro bleibt davon oft nichts übrig. Der Mindestbestellwert setzt eine Untergrenze.
Wie hoch sollte der Mindestbestellwert sein?
Es gibt keinen richtigen Wert für alle. Zwei Fragen helfen beim Festlegen:
- Ab welchem Auftragswert deckt dein Deckungsbeitrag die Kosten pro Bestellung sicher ab?
- Welche Menge kann ein kleiner Laden in vier bis acht Wochen realistisch verkaufen?
Liegt die zweite Zahl unter der ersten, hast du ein Problem mit der Zielgruppe oder der Logistik, nicht mit dem Mindestbestellwert. Ein Hofladen, der deine Marmelade nur in einer Sorte führt, wird nie eine große Bestellung aufgeben.
Was ist der Unterschied zu Mindestbestellmenge und Frachtfreigrenze?
Der Mindestbestellwert zählt Euro, die Mindestbestellmenge zählt Stück oder Kartons. Die Frachtfreigrenze ist eine weiche Variante: Darunter kann bestellt werden, der Händler zahlt aber den Versand. Für die Erstbestellung setzen viele Hersteller eine niedrigere Schwelle an, damit der Laden das Produkt ohne großes Risiko testen kann. Mehr dazu im Ratgeber Mindestbestellwert festlegen.
Was ist ein Beispiel für Mindestbestellwert?
Beispielrechnung, angenommene Werte: Eine Kaffeerösterei rechnet mit 15 Euro Kosten pro Auftrag für Packen, Material, Versand und Buchhaltung. Bei 35 Prozent Deckungsbeitrag deckt eine Bestellung erst ab rund 43 Euro diese Kosten. Die Rösterei setzt den Mindestbestellwert für Erstbestellungen auf 150 Euro und für Nachbestellungen auf 100 Euro. Ein Café kann so mit sechs Sorten zu je einem Kilo starten, ohne dass die Rösterei draufzahlt.