Valuta bedeutet im Handel ein hinausgeschobenes Zahlungsziel: Der Händler bekommt die Ware jetzt, die Zahlungsfrist beginnt aber erst zu einem späteren Datum. Typisch ist das bei Saisonware, die Monate vor dem Verkauf geliefert wird.
Mit Valuta löst du ein Problem vieler Händler: Sie sollen früh ordern, damit du planen und produzieren kannst, wollen aber nicht zahlen, bevor die Ware im Laden verkauft wird. Valuta verschiebt die Zahlung in die Verkaufssaison.
Wann ist Valuta sinnvoll?
- Weihnachtsartikel wie Pralinen, Plätzchen oder Geschenksets, die im September geliefert und ab November verkauft werden.
- Ostersortiment, Grillsaucen fürs Frühjahr, Eis für die Sommersaison.
- Vororder-Aktionen, bei denen du große Mengen früh einplanen willst.
Was kostet dich Valuta?
Du finanzierst die Ware für den Händler vor, oft über mehrere Monate. Das bindet Kapital genau in der Zeit, in der du selbst Rohware einkaufen und produzieren musst. Kalkuliere deshalb, ob die frühe Planungssicherheit diesen Kredit wert ist. Viele Hersteller begrenzen Valuta auf bekannte Händler mit guter Zahlungshistorie.
Valuta ist keine einheitlich geregelte Kondition. Schreib klar auf, ab welchem Datum die Frist läuft und ob Skonto möglich ist. Das ist keine Rechtsberatung, bei Vertragsfragen fragst du einen Anwalt. Für die Planung der Saison hilft der Ratgeber Weihnachtsgeschäft planen.
Was ist ein Beispiel für Valuta?
Angenommen, eine Lebkuchenbäckerei bietet Geschenkeläden an: Bestellung bis Ende Juli, Lieferung Anfang September, Rechnung mit Valuta 1. November und 30 Tagen Ziel. Der Laden zahlt also erst Anfang Dezember, wenn das Weihnachtsgeschäft läuft. Die Bäckerei kennt dafür schon im Sommer ihre Mengen, kauft Zutaten in größeren Posten und plant die Schichten ohne Rätselraten.